Roger Schawinski ist nicht wegen seiner guten Kontakte zu den Entscheidungsträgern neuer Sat.1-Chef geworden, wie er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger erklärte. So kenne er den Schweizer Sat.1-ProSieben-Chef Urs Rohner, der nun sein Vorgesetzter werde, "erst seit kurzem". "Und den neuen Haupteigentümer der Sendergruppe, Haim Saban, habe ich erst zweimal getroffen", so Schawi. Stattdessen hätten die Verantwortlichen seinen Leistungsausweis als Fernsehmacher gesehen. Schawinski: "Wir haben aber auch diskutiert, was man mit dem Sender machen müsste. Und die Verantwortlichen haben offenbar gesehen, dass meine Ideen genau die sind, die auch sie umgesetzt sehen wollen, die es braucht."
Auf die Frage, ob die festen Strukturen, klaren Hierarchien und Dienstwege bei Sat.1 nicht seinem Tempartament widersprächen, winkt der Schweizer Fernsehpionier ab: "Dafür schwimme ich nun in einem viel grösseren Teich, habe viel mehr Möglichkeiten. Teamarbeit ist zudem keine Neuigkeit für mich, ob als Mitarbeiter oder Chef", lässt er sich vom Tagi zitieren. Man müsse etwas immer als Gemeinschaftseffort durchziehen, sonst gehe es nicht. "Man kann nicht einfach befehlen. Das habe ich früher nie gemacht, und ich werde es auch heute nicht tun." Schliesslich habe es auch bei der Belcom Abteilungsleiter und Ressortleiter gegeben, mit denen er laufend kommunizieren musste. "Hier ist nun einfach vieles grösser."

