Der Presserat hat eine Beschwerde des Fussbalclubs Basel (FCB) gegen "20 Minuten" abgewiesen. Im April berichtete die Gratiszeitung über den Rücktritt von Alex Frei und Marco Streller aus der Nationalmannschaft unter dem Titel "Nun ist Alex Frei in der Super League Freiwild". Im weiteren Verlauf des Textes stand, die beiden Spieler stünden nun nicht mehr unter "Artenschutz". Ausserdem wurde darauf eingegangen, dass Frei reizbarer als früher und daher eine "perfekte Zielscheibe" sei. Die beiden Fussballer hätten sich auf "Pfeifkonzerte und Gesänge ohne Nettigkeiten der gegnerischen Fans sowie Provokationen der gegnerischen Spieler" einzustellen.
Der FCB sah darin eine Verletzung der Ziffer acht der "Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalisten", bei der es um die Achtung der Menschenwürde geht, da im Text Begriffe verwendet würden, die sonst für Tiere gelten. Ausserdem war zu prüfen, ob in dem Artikel ein indirekter Aufruf zur Gewalt - phychischer oder psychischer Art - enthalten war.
In seiner Stellungnahme dazu bezeichnet der Presserat die Begriffe "Freiwild" und "Artenschutz" zwar als "problematisch oder zumindest unbedacht", jedoch sei der Artikel als Ganzes nicht als die Menschenwürde verletzend anzusehen. Denn Frei werde nicht durchwegs negativ dargestellt, sondern auch seine Karriere als Fussballer wurde gewürdigt. Einen Aufruf zur Gewalt sah der Presserat in dem Artikel ebenfalls nicht und wies die Beschwerde daher ab. (pd/sl)