Das deutsche Gegenstück zum iPad

WePad - Ringier ist mit von der Partie.

Nach dreijähriger Entwicklungszeit hat am Montag die Berliner Software-Firma Neofonie mit dem WePad nun ebenfalls einen Flachrechner vorgestellt – ähnlich dem iPad von Apple. Das Gerät soll ab August in den Läden sein. Gemäss deutschen Branchendiensten bewegt sich das WePad in einer ähnlichen Preisklasse wie das Tablet von Apple: Das günstigste Gerät mit 16 GB und WLan kostet 449 Euro, die 3G-Version mit UMTS, GPS, 32 GB und der Unterstützung von Full-HD-Videos gibt's für 569 Euro.

Technisch soll das WePad gegenüber dem iPad aber die Nase vorn haben: Der WePad-Prozessor arbeitet mit 1,66 Gigahertz und ist damit schneller als der von Apple (1,0 Gigahertz). Das Display fällt mit 11,6 Zoll ebenfalls grösser aus. Auch sonst will sich Neofonie von Apple abgrenzen: Das WePad hat Flash, Java und Adobe Air an Bord. Zur Erinnerung: Apple sperrte sich gegen Flash – ein nicht unwesentlicher Nachteil für das iPad.

Ganz wichtig aber für Verlage: Apps werden über verschiedene Plattformen (unter anderem auch über Googles Android) abrufbar sein. Demgegenüber setzt Apple auf ein geschlossenes System (iTunes).

Neofonie hat denn auch schon zwei Verlage als Kooperationspartner überzeugen können: Gruner +Jahr und Ringier. Ringier hat ja letzte Woche erst angekündigt, dass sich das Medianhaus eine Lizenz für die Neofonie-Software WeMagazine gesichert habe, die – zunächst für "Cicero" und der "Schweizer Illustrierten" – eine einfache elektronische Erstellung von Anwendungen für alle Arten von Endgeräten ermögliche (persoenlich.com berichtete).

Nun ist aber klar, die Kooperation geht weiter: Verlage, die mit Neofonie zusammen arbeiten, können das WePad unter ihrem Namen vertreiben oder die Geräte auch mit den Startseiten ihrer Magazine branden. Zudem können sie den Nutzern das WePad zusammen mit einem Abo zu einem günstigeren Preis abgeben. Welchen Anteil die WePad-Plattform an den Umätzen der Verlage einbehalten wird, will man bei Neofonie nicht sagen. Der Anteil liege aber unter dem von Apple, wo 30 Prozent der Erlöse verlangt wird.