Herr Scaglione, herzliche Gratulation zu 2 Jahren UKW. Haben Sie immer noch soviel Spass wie zu Beginn?
Vielen Dank für Ihre Glückwünsche. Ja, ich habe immer noch so viel Spass wie in der ersten Minute - oder sogar noch mehr! In der Zwischenzeit ist ein äusserst tolles, kreatives und professionelles Team entstanden. Wir ziehen alle am selben Strick, haben die gleiche Motivation. So zu arbeiten, macht unglaublich viel Spass.
Welche 105-Sendung verpassen auch Sie als Chef nie?
Am häufigsten höre ich die Morning Show und die Evening Show. Ich versuche aber, auch sonst möglichst alle Sendungen zu hören. Das ist aber nicht immer ganz einfach, weil wir nebst Radio 105 auch noch Radio Monte Carlo Swiss und Rock Nation sowie verschiedene Webradios betreiben.
Sie engagieren seit ein paar Monaten einen Star-DJ nach dem anderen. Wie wichtig sind den jungen Hörern solche grossen Namen?
Für die Glaubwürdigkeit eines jungen Senders sind die DJs sehr wichtig. Sie sind die heutigen Popstars. Früher gingen junge Leute an ein Konzert der Rolling Stones, heute gehen sie an einen Event, wo David Guetta, Bob Sinclar oder Swedish House Mafia auftreten. Diese DJs sind heute starke Marken. Sie stehen für einen bestimmten Lifestyle, prägen als Produzenten die Musikszene. Das kann man nicht mehr mit den DJs von früher vergleichen.
Kürzlich vermeldeten sie zudem, dass Star-Blogger Perez Hilton auf 105 exklusiv eine dreistündige Sendung moderiert. Wie konnten Sie Hilton zu diesem Deal überreden?
Wenn so etwas klappt, dann ist das immer ein Mix aus guten Beziehungen, etwas Glück, einem guten Angebot und dem richtigen Feeling im richtigen Moment. Wie aber schlussendlich ein solcher Deal zustande kommt, möchte ich nicht verraten - das ist unser Geschäftsgeheimnis.
Wie sieht die Zusammenarbeit genau aus? Was erwartet die Hörer ab dem 18. September?
Perez Hilton wird exklusiv für die Deutschschweiz jede Woche auf Radio 105 in einer dreistündigen Sendung die neusten Hits präsentieren und die grössten Musik- und Filmstars begrüssen bzw. interviewen. Ob Lady Gaga, Rihanna, Katy Perry, Bruno Mars oder Nicki Minaj - Perez kriegt sie alle. Diese Sendung wird für die Schweizer Radioszene ein weiteres Highlight sein.
Wie finanzieren Sie alle diese Star-Engagements?
Genau so, wie alle anderen privaten Sender ihr Programm auch finanzieren: Durch Werbe- und Sponsoringeinnahmen. Wir erhalten weder Gebührengelder noch haben wir einen netten "Götti" der uns Geld schenkt.
Seit Mitte Juni vermarkten Sie die Lokalwerbung wieder selbst. Zuvor hatte die Energy Media AG diese Aufgabe inne. Was bewog Sie zu diesem Schritt?
Wir sind dadurch wieder näher bei den Kunden. Und die Aufteilung entspricht auch der gängigen Praxis, denn die meisten Privatradios vermarkten sich lokal selber. Gerade beim lokalen Werbekunden ist die emotionale Bindung zur entsprechenden Radiomarke besonders gross und der persönliche Kontakt entsprechend wichtig
Bezahlt sich die Eigenvermarktung schon aus?
Es ist noch zu früh, hierzu konkrete Angaben machen zu können. Die Eigenvermarktung der Lokalwerbung startete erst mitten in den Sommerferien. Aufgrund der ersten Reaktionen sind wir aber sehr zuversichtlich, dass sich dieses Modell bezahlt machen wird.
Ende August wurde Radio 105 als "Radio of the Year" ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?
Es ist eine grosse Freude und Ehre, mit diesem Preis ausgezeichnet zu werden. In erster Linie freut es mich aber für mein talentiertes und hochmotiviertes Team, das diesen Preis mehr als verdient hat. Diese Crew leistet einen unglaublich tollen Job und verdient grossen Respekt! Radio 105 ist das Radio, das momentan tatsächlich am meisten im Gespräch ist. Die Bezeichnung "Radio Of The Year" könnte deshalb nicht treffender sein.
Relevant für den Gewinn ist der relative Zuwachs bei den Hörerzahlen. Immer wieder kritisierten Sie die Messmethode von Publica Data. Nun haben sie ausgerechnet dank Publica Data diesen Titel erworben. Sind Sie nun ein Fan der Messmethode?
Auch wenn wir unsere Hörerzahlen praktisch verdoppeln und einen Preis gewinnen konnten, bleibt die Messmethode schlecht, sehr schlecht sogar. Wir können erst Fan dieser Messmethode sein, wenn der tatsächliche Radiokonsum gemessen wird. Heute wird ja nur ein Bruchteil gemessen. Junge Leute hören Radio über Internet oder über Kopfhörer. Beides wird von Publica Data nicht gemessen. Zudem hat es viel zu wenig Jugendliche, die bereit sind, eine Plastik-Messuhr zu tragen. Und trotz diesen Behinderungen haben wir den stärksten Zuwachs. Das spricht klar für unser Programm. Das ist etwa so, wie wenn sie mit angezogener Handbremse ein Autorennen gewinnen würden. Da steckt eine unheimliche Kraft dahinter.
Ihr Ziel ist vermutlich, nächstes Jahr wieder das Radio des Jahres zu sein. Haben Sie schon Ideen, wie Sie dies erreichen werden? Was für Neuerungen plant der Sender in seinem dritten UKW- Jahr?
Das ist tatsächlich unser Ziel, woher wissen Sie das (lacht)? Im Ernst: Wir werden weiterhin hart dafür arbeiten, den Sender noch beliebter und noch erfolgreicher zu machen. Ideen haben wir viele. Diese möchten wir aber erst zu gegebener Zeit verraten. Nur so viel: Wenn man schaut, wie viele Highlights und Innovationen wir allein in diesem Jahr lanciert haben, darf man sich auch fürs nächste Jahr freuen.
Am Freitag feiern Sie im Rahmen der DJ-Night zum zweiten Mal Geburtstag. Was wird anders als bei der letzten Party?
Die Party war auch dieses Mal ein Geschenk an unsere treuen Hörer. Der Ansturm auf die Tickets war dieses Jahr gigantisch. Zudem haben sich viele VIPs angemeldet. Wir wurden völlig überrannt und mussten leider vielen absagen. Der Event war dieses Jahr noch grösser, noch bunter und noch glamouröser. Neben dem einzigartigen DJ-Lineup mit Stars wie Antoine und Da-Nos gab es mit Chartstürmer Mike Candys und Jack Holiday auch einen Live-Act, der für grossartige Stimmung sorgte.
Interview: Corinne Bauer.