Die Internetcommunity MySpace, die voriges Jahr für 580 Mio. Dollar durch den US-amerikanischen Medienkonzern News Corp. übernommen wurde, ist seit ihrer Gründung vor drei Jahren blitzschnell gewachsen. Inzwischen hat die Networking-Seite weltweit etwa 85,3 Mio. Benutzer. Bisher konzentrierten sich die Aktivitäten hauptsächlich auf die USA, aber in Januar dieses Jahres hat MySpace ein erstes europäisches Büro in London geöffnet.
MySpace will Grossbritannien nun als Sprungbrett benutzen, um den europäischen Markt zu erobern. Gestern, Dienstag, präsentierte das Unternehmen mit David Fischer einen neuen Managing Direktor für Grossbritannien und Europa. Fischer wird ab jetzt die Verantwortung für alle Aktivitäten in dieser Region tragen.
Chris DeWolfe, Mitgründer und Firmenchef von MySpace, teilte in der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times mit, dass insgesamt elf Länder auf dem Expansionsplan des Unternehmens stehen, unter ihnen auch Frankreich und Deutschland. Langfristig werden zudem China und Indien folgen, so DeWolfe gegenüber der Zeitung. Als erstes europäisches Land verfügt Grossbritannien seit dem 24. April bereits über eine eigene, massgeschneiderte Version der Website. Die ersten fremdsprachigen Versionen werden am Ende dieses Sommers erwartet.
Um lokale Versionen der Website zu entwickeln und so mehr Benutzer anzuziehen, möchte MySpace Partnerschaften mit traditionellen Medienunternehmen und Mobilfunkbetreibern eingehen. Handy-Nutzern soll die Möglichkeit geboten werden, von unterwegs ihren MySpace-Account abzufragen. Zusätzlich will das Social Network über diesen Kanal Musik und andere Inhalte vermarkten.