Gegner einer Olympia-Kandidatur von Davos und St.Moritz werfen SRG-Chef Roger de Weck vor, die geplante Abstimmung um die Kandidatur zu beeinflussen, persoenlich.com berichtete. Im Folgenden nimmt die Unternehmenskommunikation SRG SSR Stellung zum entsprechenden Artikel in der "SonntagsZeitung":
Roger de Weck ist Anfang 2012 der Einladung von Bundesrat Ueli Maurer zu einem abendlichen Workshop gefolgt, an dem das Vorhaben vorgestellt und offen diskutiert wurde. Sollte die Schweiz zu gegebener Zeit ihre Kandidatur anmelden, würde sich der Sportfan und frühere Marathonläufer de Weck persönlich sehr freuen. Das ist bekannt. Darüber hinaus hat Roger de Weck von Anfang an bekundet: Aus dem Abstimmungskampf in Graubünden werden sich die SRG als Unternehmen und Generaldirektor de Weck gänzlich heraushalten. Das ist Roger de Wecks bekannte Haltung, weshalb bislang kein Abstimmungskomitee, kein Nationales Unterstützungskomitee und kein Exponent von gr22 an ihn herangetreten ist, auch nicht mit schriftlichen Anfragen.
Sollte ein Abstimmungskomitee gegründet werden, würde ihm der Generaldirektor aus erwähntem Grund nicht beitreten. Der Einsitz in ein Schweizer Unterstützungskomitee kommt für ihn konkret beim Einreichen einer Olympia-Kandidatur in Betracht - vorher nicht. Falls nach der Volksabstimmung in Graubünden und den weiteren anstehenden Entscheiden das Einreichen einer Schweizer Olympia-Kandidatur beschlossene Sache ist, wird sich de Weck gern einbringen. Falls nach der Volksabstimmung in Graubünden und den weiteren anstehenden Entscheiden das Einreichen einer Schweizer Kandidatur beschlossene Sache ist, wird die SRG als Unternehmen gern ihre Erfahrung und ihr Know-how einbringen. Sollte sich eine Schweizer Kandidatur durchsetzen, wird die SRG selbstverständlich ihren Beitrag zum Gelingen dieses Anlasses von nationaler Bedeutung leisten.
Die Aufträge für die Übertragung olympischer Wettkämpfe schreibt eine Tochtergesellschaft des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus. Dabei kommt keineswegs immer das Gastland zum Zug. Ohnehin ist die SRG viel zu klein, um die Übertragung einer Grosszahl von olympischen Wettkämpfen selbst zu produzieren. Ein wirtschaftliches Interesse der SRG besteht nicht: Die zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit der Übertragung von Olympischen Spielen sind in der Regel eher höher als die zusätzlichen Einnahmen. Von der Existenz eines Ausschusses "Nachhaltigkeit Innovation Vermächtnis" (NIV) haben wir erst durch die Anfrage der SoZ erfahren; es gab und gibt keinen Kontakt von Roger de Weck zu einem solchen Ausschuss oder sonstigen Gremien im Zusammenhang mit dem Vorhaben gr22. Die Berichterstattung zu gr22 ist und bleibt wie immer unabhängig und kritisch. (pd)