Seit Wochen befassen sich die Schweizer Fernsehsender, verschiedene Vermarkter und nun auch Richter mit der Veröffentlichung der neuen TV-Quoten. Es sieht derzeit so aus, dass bald eine einvernehmliche Lösung mit allen Vertretern gefunden wird. So finden in diesen Tagen unter anderen Gespräche zwischen Mediapulse und dem Privatsender 3+ statt. Eine Einigung würde nicht nur Mediapulse-Chef Marco de Stoppani freuen (persoenlich.com berichtete), auch die Werbeauftraggeber haben genug vom ewigen Hin und Her rund um die TV-Daten. Persoenlich.com hat sich mit dem Direktor des Werbe-Auftraggeberverbandes, Roland Ehrler, unterhalten.
Herr Ehrler, offiziell wartet die Branche seit Januar auf die neuen Fernsehdaten von Mediapulse. Inwiefern beeinträchtigte dies die Entscheide betreffend Media-Aufträge von den SWA-Mitgliedern? Gab es Unterschiede bezüglich Betroffenheit zwischen den verschiedenen Mitgliedern?
Der SWA hat schon länger Anpassungen des TV-Panel gefordert. Er hat auch in verschiedenen Kommissionen die Entwicklung des TV-Panel mitgetragen. Dabei haben sich auch einzelne Mitglieder des Verbandes engagiert. Mit verschiedenen Publikationen und Newslettern hat der Verband regelmässig über das neue TV-Panel und die aktuelle Situation informiert.
Es darf nur eine TV-Währung geben. Während vielen Jahren hat die Branche der alten Telecontrol-Währung vertraut. Nun haben wir ein Messsystem von Kantar Media, welche die TV-Quoten in über 30 Ländern misst. Somit bring es wenig das TV-Panel grundsätzlich in Frage zu stellen. Wie im alten Panel gibt es auch im neuen Panel laufend Optimierungsbedarf.
Nun, solange die Vermarkter die Planung und die Preise auf diesen Zahlen entwickeln, sind diese sehr wichtig. Und auch zur optimalen Mediaplanung werden diese Zahlen vor, während und nach der TV-Kampagne genutzt. Deshalb ist der heutige Zustand auch ein Zumutung für alle Beteiligten.