Das neue Schweizer Privatfernsehen von Dominik Kaiser, das bisher unter dem Projektnamen "Elevator TV" bekannt war, wird im September 2006 unter dem Namen 3+ ("drei plus") starten, wie "persoenlich.com" bereits vermutete. Cablecom wird 3+ analog und digital verbreiten. Ab Startdatum werde 3+ eine technische Reichweite von 75 Prozent aufweisen und damit rund 1.5 Mio. Haushalte in der Deutschschweiz erreichen.
3+ wird auf dem heutigen Sendeplatz von ORF 2 empfangbar sein. ORF 2 wird ein neuer Sendeplatz zugewiesen. Die Technik von 3+ sei bereits ab Sendestart "HD ready" und könne, sobald sich das hochauflösende Fernsehen durchsetze, auf HDTV umgeschaltet werden. Anfang 2007 wird 3+ gemäss Dominik Kaiser einen zusätzlichen digitalen TV-Kanal starten. Auch dieser Sender werde sein Programm auf Unterhaltung fokussieren.
Budgetiert hat 3+ in der Startphase einen Marktanteil von 1.4 Prozent. Ein vergleichsweise bescheidener Richtwert: TV3 erreichte kurz vor dessen Ende einen Marktanteil von über sechs Prozent. "Wir müssen nicht bereits im zweiten Jahr sieben Prozent Marktanteil verzeichnen, um zu überleben", betont Kaiser und verweist auf den "sehr realistischen Businessplan" seines Senders. Komme man auf drei Prozent Marktanteil, sei dies bereits wie Weihnachten. "Break Even" soll 3+ nach Angaben Kaisers bereits im dritten Jahr erreichen.
Welche Investoren hinter dem Sender stehen, liess Kaiser einmal mehr im Dunkeln. "Wer den Sender finanziert, ist keine interessante Frage", beschied Kaiser "persoenlich.com". Entscheidend sei, dass das Programm gut und erschwinglich sei, so dass der Sender schwarze Zahlen schreiben könne. Der 3+-Chef will erst kurz vor Sendestart mitteilen, wer am TV-Projekt beteiligt ist.
Ebenfalls bekannt gegeben hat 3+ heute die Zusammensetzung des designierten Verwaltungsrats von 3+. Neben Dominik Kaiser als Verwaltungsratspräsident nehmen als weitere Mitglieder erfahrene Medienprofis Einsitz: Martin Spieler (Chefredaktor Handelszeitung, davor COO der Belcom-Gruppe mit Tele24), Torsten Prenter (Programmdirektor und stellvertretender Geschäftsführer von 3+, davor Programmchef RTL2) und Walter Häusermann (ehemals Swatch Group, CFO der Expo.02).
Grosse Eventcastingshows und Spielfilm-Highlights zum Sendestart
Gleich zum Start zeigt 3+ mit "Superstar" und "Switzerlands next Supermodel" zwei grosse Schweizer Eventcastingshows. Das Schweizerdeutsche Programm auf 3+ umfasst auch Doku-Soaps wie die Schweizer Version der "Super Nanny", Schweizer Comedy und ein Schweizer Wissensmagazin im Stil von "Welt der Wunder". Zusätzlich gibt es kurze Newsblöcke mit den Headlines des Tages und aktuellen Wetterinformationen. Die Kurz-News von 3+ werden auch mit dem Handy und im Internet abrufbar sein.
Den Zuschauer von 3+ werden auch Spielfilm-Highlights versprochen. Unter anderem werden gemäss Dominik Kaiser Blockbusters wie "Spiderman II", "XXX: State of the Union", "Basic Instinct II", "Stealth", "Alexander" oder "Underworld -- Evolution" gezeigt. Wie bei "Spiderman II" sollen die Blockbusters wenn immer möglich auf 3+ in der Erstausstrahlung laufen.
Programm wird Wünschen des Publikums angepasst
Zur Positionierung von 3+ sagt Dominik Kaiser: "Wir fokussieren auf die klassische Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen. Zusätzlich ist ein Kinderprogramm am Morgen geplant. Grundsätzlich wollen wir mit unserem Programm unterhalten oder unterhaltend informieren, dabei schnell internationale Programmtrends umsetzen und zum Trendsetter werden."
An jedem Abend will 3+ eine Alternative zum bestehenden Programm bieten. Kaiser: "Wenn kein anderer Sender einen Krimi zeigt, zeigt 3+ einen Krimi; wenn alle anderen Serien zeigen, zeigen wir Spielfilme. Wir werden die Instrumente der Medienforschung effektiv nutzen und das Programm laufend den Wünschen des Publikums anpassen."