Immer mehr Deutsche finden offenbar nur noch mit Mühe den Ausschaltknopf bei ihrer geliebten Mattscheibe: Im Jahr 2005 verbringt jeder Bundesbürger ab 14 Jahren im Schnitt täglich immerhin drei Stunden und 40 Minuten vor dem eigenen Fernsehapparat -- ein Anstieg um stolze 18.9 Prozent oder 35 Minuten gegenüber der vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2000. Diese Zahlen gehen aus der soeben veröffentlichten Langzeitstudie "Massenkommunikation" im Auftrag der Medienkommission der beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ARD und ZDF hervor.
Der allgemeine Medienkonsum pro Tag kletterte sogar im Schnitt auf zehn Stunden täglich (Zum Vergleich: 8.5 Stunden in 2000). Dabei kann die rasante Entwicklung der Internet-Nutzung, inzwischen bei fast 60 Prozent aller Haushalte vorhanden, mit 44 Minuten täglich (drei Mal so hoch wie im Jahr 2000) kaum überraschen. Die fast exakte Zeit (45 Minuten) wird daneben in das Hören von Musik (CD, Kassette oder MP3-Player) investiert. Die Lektüre der Tageszeitung kommt schliesslich auf durchschnittlich 28 Minuten pro Tag, dahinter folgt das unverändert attraktive Lesen von Büchern (25) sowie Zeitschriften (12).
Fast identisch wie die Fernsehdauer sieht es bei der Radionutzung mit nunmehr drei Stunden und 41 Minuten aus. Dabei vertrauen die Deutschen den beiden klassischen Medien mit klar erkennbarer Motivation: Während das Radio als kontinuierlicher und stimmungsabhängiger Begleiter durch den Tag gilt, erfüllt die geballte TV-Dosis von Nachrichten, Serien, Sport, Shows oder Spielfilmen vor allem Informations- sowie Unterhaltungsfunktionen. Dabei sehen sich ARD und ZDF gegenüber der privaten Konkurrenz in Sachen Qualität bei politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Inhalten im Vorteil.