Nach wochenlangem Hickhack setzt die Kölner Zeitungsgruppe M. DuMont Schauberg den Verlagserben Konstantin Neven DuMont vor die Tür. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, Neven DuMont als Herausgeber der Zeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger", "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung" abzuberufen, teilte Deutschlands viertgrösster Verlag am Dienstag mit.
Der 41-Jährige habe sich öffentlich und sogar in Konkurrenzblättern "in abträglicher und geschäftsschädigender Weise" über das eigene Unternehmen geäussert. Der Schritt sei deshalb nötig gewesen, um weiteren Schaden zu verhindern. Zuvor hatte Konstantin Neven DuMont bereits seinen Herausgeberposten bei der "Frankfurter Rundschau" verloren. Zum Verhängnis wurden dem Zeitungserben Einträge in einem bekannten Internet-Medienblog. Unter wechselnden Namen soll er dort teilweise krude Kommentare hinterlassen haben. Der Verlegersohn dementierte den Verdacht. Wenig später wurde er von seinen Ämtern freigestellt und in Urlaub geschickt.
Doch seitdem meldete Neven DuMont sich immer wieder mit kritischen Interviews zum Traditionsverlag zurück. Zuletzt hatte er sich sogar ein Kräftemessen mit seinem Vater, Verlagschef Alfred Neven DuMont, geliefert und ihn zum Rücktritt aufgefordert. (sda)