Die "Arena" dümpelt im Quotentief

SRF - Auch mit dem neuen Konzept verliert die Politshow an Zuschauern und an Bedeutung. Sie erreichte 2015 einen Marktanteil von 18 Prozent.

"Quotenjammer bei der Arena", titelt der "Blick" am Freitag in grossen Lettern. Gemäss Recherchen der Boulevard-Zeitung erreicht die Politsendung des Schweizer Radio und Fernsehens immer weniger Zuschauer und auch bei den Studiogästen, etwa den Parlamentariern, sei das Format nicht mehr so beliebt wie in früheren Jahren. "Die Sendung hat an Relevanz verloren", sagt SVP-Nationalrat Lukas Reimann im "Blick". Die Zeiten, als die 'Arena' eine Abstimmung mitentscheiden konnte, seien vorbei. Früher habe er nach einer Sendung bis zu 600 E-Mails bekommen. Heute seien es "deutlich weniger", erklärt Reimann.

Von A bis Z durchstrukturiert

Offenbar haben auch der neue Moderator Jonas Projer und die Konzept-Veränderung im letzten Jahr kein Gegensteuer geben können. "Damit hat sie sich für mich totgelaufen", sagt SP-Nationalrätin Min Li Marti im "Blick". Für sie sei die 'Arena' nun zu strukturiert. "Es wird nicht mehr spannend debattiert".

SRF bestätigt die sinkenden Zuschauerzahlen. "Doch die 'Arena' richtet sich nicht primär nach möglichst quotenträchtigen Inhalten aus", sagt Sprecher Stefan Wyss im "Blick". Es gehe vielmehr um die politische Auseindersetzung in unserer Demokratie.

Marktanteil sinkt laufend

Die "Arena" erreichte 2015 durchschnittlich einen Marktanteil von 18 Prozent, was einer Reichweite von 165'000 Zuschauern entspricht. 2014 zuvor waren es immerhin noch 19,6 Prozent (188'000 Zuschauer) und in den besten Zeiten zwischen 1993 und 1999 lag der Marktanteil deutlich über 30 Prozent. (eh)