Bei der Interpretation der neuen Auflagezahlen ist Vorsicht geboten. Ein Vergleich mit den Werten des Vorjahres ist laut Wemf nicht möglich, weil das Reglement, das als Basis für die diesjährige Beglaubigung dient, für das Jahr 2005 geändert wurde. "persoenlich.com" verzichtet deshalb auf eine Auflistung der Zahlen aus dem Vorjahr. Insgesamt lässt sich aus der Statistik dennoch ein eher rückläufiger Trend bei der Tagespresse feststellen.
Von den fünf auflagenstärksten kostenpflichtigen Tageszeitungen verlieren vier: Der Blick, der Tages-Anzeiger, die Mittelland Zeitung wie auch die NZZ. 20 Minuten kann derweil eine weitere markante Steigerung der Auflage vermelden: Mittlerweile liegt die Auflage des Titels bei 380'427 Exemplaren.
Bei der Sonntagspresse bleibt der SonntagsBlick die mit Abstand auflagenstärkste Zeitung. Die NZZamSonntag bestätigt das gute Resultat der kürzlich publizierten MACH-Leserzahlen. Ihre Auflage stieg von 90'158 auf 115'671 Exemplare.
Auflagenstärkster Titel bei der kostenpflichtigen Publikumspresse ist der Schweizer Beobachter. Trotz treuer Leserschaft muss aber auch er einen leichten Rückgang der Auflage hinnehmen. Die Schweizer Illustrierte rangiert auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Westschweizer Frauenzeitschrift Fémina.
Bei den TV-Zeitschriften hat der Ringier-Titel Tele mit 182'486 Exemplaren gegenüber TV-Star von Jean-Frey die Nase vorn. Für Ringier-Sprecher Marco Castellaneta zeigt die Spitzenposition, dass der neue Chefredaktor eine gute Arbeit macht und dass der Relaunch Wirkung zeigt. Auf eine Rekord-Auflage von 174'047 Exemlaren kommt TV-Star. Der Jean-Frey-Verlag führt den Auflagenzugewinn auf mehrere Faktoren zurück: Den Markenwechsel, das neue Konzept mit Geschichten zur Schweizer TV- und Filmszene sowie erfolgreiches Abonnenten-Marketing.
Im Segment der politischen Wochentitel liegt Jean-Frey vor seinen Verfolgern: Die Weltwoche hat mit 80'436 Exemplaren zwar tüchtig an Auflage verloren. Dies liegt aber gemäss dem Jean-Frey-Verlag daran, dass man eine Auflagenbereinigung vorgenommen habe. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Facts (73'034) ist die Weltwoche dennoch klar in Führung. Die Tamedia aber stimmt indes positiv, dass Facts seit dem Relaunch im vergangenen Frühjahr steigende Auflagenzahlen aufweist.
Bei den Wirtschaftstiteln weist Cash mit 58'844 klar die höchste Auflage auf. Der Ringier-Titel hat zugelegt. Die Bilanz kommt derweil auf 36'660 Exemplare, was laut Jean-Frey einem Wachstum von 5.5 Prozent entspricht. Für den Verlag ein klares Indiz dafür, dass das neue Erscheinungskonzept greift. Knapp dahinter liegt Finanz & Wirtschaft mit 35'203 Exemplaren.