«Die Bundesrätinnen sagten ohne Zögern zu»

SRF - Premiere im «Club»: Alle drei amtierenden Bundesrätinnen sind zu Gast bei Barbara Lüthi. Am Dienstag geht es um Frauen in der Politik, um weibliche Vorbilder und um den langen Weg bis zur Gleichstellung. «Club»-Produzentin Samira Matta über eine etwas spezielle Sendung.

von Christian Beck

Frau Matta, wie nervös sind Sie vor dieser etwas speziellen «Club»-Ausgabe?
Ich bin gespannt und kurz vor der Sendung dann bestimmt auch nervös. Momentan bin ich aber vor allem viel beschäftigt. Als Produzentin bin ich dafür verantwortlich, dass alles reibungslos abläuft. Hinter den Kulissen gibt es so viel zu tun, das das Publikum auf dem Sender gar nicht sieht. Je spontaner und lockerer die Sendung daherkommt, desto besser war die Vorbereitung. Dass wir alle drei amtierenden Bundesrätinnen in derselben Sendung begrüssen dürfen, ist eine Premiere und auch für uns als Team aussergewöhnlich.

Wie entstand die Idee, alle drei amtierenden Bundesrätinnen – also Simonetta Sommaruga, Viola Amherd und Karin Keller-Sutter – gemeinsam einzuladen?
Dieses Jahr feiert die Schweiz 50 Jahre Frauenstimmrecht. Im Februar machten wir einen «Club» dazu. Doch das Thema Gleichstellung ist für uns anlässlich eines Jubiläums noch lange nicht abgehandelt. Für uns ist klar, dass wir die Rolle der Frauen in Politik und Gesellschaft, Themen wie Lohnunterschiede, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weiter diskutieren wollen und müssen. Und das wollen wir jetzt mit unseren Bundesrätinnen tun. Fast alle jüngeren Errungenschaften für Frauen gehen auf Frauen zurück. Den Anfang machte die erste Bundesrätin, Elisabeth Kopp, die die rechtliche Unterordnung der Ehefrau abgeschafft hat. 1988 trat das neue Eherecht in Kraft. Was haben die aktuellen Bundesrätinnen erreicht und was wollen sie noch verändern?

Und alle drei Bundesrätinnen waren sofort einverstanden?
Ja, alle drei Bundesrätinnen sagten ohne Zögern zu.

«Die Herausforderung war, einen gemeinsamen Termin zu finden»

Wie lange war der Vorlauf von der ersten Idee bis nun zur Sendung? Sicher länger als sonst üblich …
Normalerweise arbeiten wir von Woche zu Woche, also sehr aktuell. In diesem Fall haben wir bereits Anfang Jahr angefragt. Die Herausforderung war, für alle drei Bundesrätinnen einen gemeinsamen Termin zu finden. Dass die Sendung nun zwei Tage vor der nationalen Feier zu 50 Jahre Frauenstimmrecht stattfindet, ist auch für unsere journalistische Agenda ideal.

Die Sendung wird nicht in Zürich, sondern in Bern aufgezeichnet. Zügeln Sie nun das ganze Dekor mit?
Wir nehmen typische Teile des Dekors mit.

«Es sind dieselben Abläufe»

Welche besonderen Herausforderungen warten bei der Produktion in Bern?
Ausser dass wir nicht alle Crewmitglieder in Bern persönlich kennen, sind es dieselben Abläufe. Und wir freuen uns, einige Kolleginnen und Kollegen in Bern kennenzulernen, mit denen wir in letzter Zeit oft hin- und her telefoniert haben. Schön ist auch, ehemalige Arbeitskolleginnen und -kollegen in der Bundeshausredaktion zu treffen.

Wie hoch ist das Sicherheitsdispositiv?
Für den Schutz von Bundesrätinnen ist der Bundessicherheitsdienst in Zusammenarbeit mit den lokalen Polizeibehörden zuständig.


Warum müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer am Dienstag unbedingt einschalten?
Die drei Frauen, die den grössten Einfluss haben auf unser Land, sind in dieser speziellen Zeit bei Barbara Lüthi zu Gast und diskutieren 75 Minuten über aktuelle Themen, über Gleichstellung und auch über Persönliches. Den Menschen hinter der Politikerin zu sehen, das interessiert uns.



Der «Club» mit den drei amtierenden Bundesrätinnen wird am Dienstag, 31. August, ab 22.25 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt.