Am Samstagabend wurden im Zürcher Kaufleuten im Rahmen der Closing-Night die Preisträger des 2. Zurich Film Festivals ausgezeichnet. Nach Angaben des Veranstalters haben mehr als 18'000 Zuschauer die Veranstaltungen des Festivals besucht. Die internationale Jury unter dem Vorsitz des Produzenten Edward R. Pressman vergab folgende Auszeichnungen:
Kategorie 'Debutspielfilm'
Sieger in der Kategorei "Debütspielfilm" ist der ägyptische Film "The Yacoubian Building", so der internationale Titel. Das Yacoubian Building ist eines der auffälligsten und ältesten Gebäude in der Altstadt Kairos. 1934 erbaut, galt es lange Zeit als vorbildlich in Hinsicht auf Komfort und Eleganz. Regisseur Marwan Hamed schildert in kunstvoll ineinander verwobenen Episoden aus dem Leben der Bewohner dieses ehemals noblen Bauwerks. Etwa vom aristokratischen Playboy, der seine Verabredungen nun in billigen Kneipen abhält, dem jungen Mädchen aus armen Verhältnissen, das sich zu einer Liebschaft mit ihrem Arbeitgeber gezwungen sieht, oder dem Sohn des Pförtners, der sich nach herben Enttäuschungen einer fundamentalistisch-religiösen Gruppe anschliesst.
Kategorie 'Dokumentarfilm'
Bei den Dokumentarfilmen gewann "Hammer and Tickle" von Regisseur Ben Lewis. Was würde passieren, wenn man den Kommunismus in Saudi-Arabien einführte? Zunächst nichts, aber schon bald gäbe es einen Engpass beim Sand. Unter dem repressiven kommunistischen Regime der Sowjetstaaten erzählten sich die Menschen Tausende von Witzen über die Gesellschaft, in der sie lebten, und über das politische System, unter dem sie litten. Der Dokumentarfilm erzählt die wirkliche Geschichte des Kommunismus anhand dieser Witze und ihrer Erzähler, von denen viele in Arbeitslagern endeten.
Kategorie 'Nachwuchsspielfilm'
In der Nachwuchspielfilmsektion wurde "Shortbus" ausgezeichnet. In seinem kontroversen Film verfolgt John Cameron Mitchell das Leben einer Handvoll Stadtneurotiker und ihre Navigationsversuche durch die komischen und tragischen Überschneidungen von Liebe und Sex. Eine Sextherapeutin, die noch nie einen Orgasmus hatte, eine beziehungsgestörte Domina, ein schwules Paar, das erwägt, eine offene Beziehung zu führen: Sie alle treffen sich wöchentlich im abgefahrenen Klub Shortbus, einem aberwitzigen Schmelztiegel aus Kunst, Politik und polysexueller Sinnlichkeit.
Publikumspreis
Dem Publikum gefiel "The Hip Hop Project" am besten. Der von Bruce Willis und Queen Latifah produzierte Dokumentarfilm erzählt die dynamische und inspirierende Geschichte einer Gruppe von Teenagern aus New York City, die ihre Lebensgeschichte in kraftvolle Kunst umsetzen, indem sie Hip Hop als Instrument zur Selbstentfaltung und Selbstfindung nutzen. Der Film spürt der Entwicklung des preisgekrönten Projekts nach, das von Kazi, einem ehemals obdachlosen Teenager und heutigen Jugendarbeiter, ins Leben gerufen wurde.
Die Jury liess es sich nicht nehmen noch Filip Peeters, der sie schauspielerisch in De Hel van Tanger überzeugt hat, speziell zu erwähnen. Zudem vergab die Kurt Thalberg-Stiftung den Alexis an den Drehbuchautor Michael Sauter und der britische Regisseur Stephan Frears bekam ein goldenes Auge für sein Lebenswerk. Florian Merkli gewann den Mobile Movie Award für den besten auf dem Handy gedrehten 24 Sekunden langen Film.
Durch die Preisverleihung führte Anke Engelke. Als Laudatoren traten Sky du Mont, Thomas Kretschman, P. C. Fueter, Jessica Schwarz und Stefan Gubser auf.
Ehrenpreisträger für sein Lebenswerk Stephen Frears (2vl) umringt von den Organisatoren Karl Spoerri, Antoine Monot, Nadja Schildknecht.
Feiern gehörte auch zum Programm
Beim 2. Zurich Film Festival gehörte das Feiern ebenso zum Programm wie die Filme. Nach der Opening Night am Montag 2. Oktober, waren die Gäste auch am Freitag an der Starbucks Party im Theater am Neumarkt in Festlaune, wie die Bilder in der "persoenlich.com"-Galerie zeigen. Und bei der Abschluss-Party im neuen Kaufleuten-Saal im Rahmen der Closing-Night vom Samstag wurde bereits auf die nächste Ausgabe des Zurich Film Festival angestossen. "persoenlich.com" zeigt die Bilder der Preisverleihung und der anschliessenden Abschlussparty: