Was sind die derzeit grössten Flops in der Medienindustrie und wie konnten sie entstehen? Dieser Frage geht Kurt W. Zimmermann in seiner aktuellen Medienkolumne in der Weltwoche nach. Zimmermann illustriert dabei die Systematik des Flops anhand des Sonntagblick-Magazins Sie+Er, das Ringier im Sommer vergangenen Jahres lanciert hat. Der Medienexperte hält nicht viel von Sie+Er: Das Blatt sei eine "völlig unattraktive Zeitschrift, ein "Sammelfriedhof des Traurig-Tranigen". Zimmermann erstaunt es denn auch nicht, dass das Heft der korrekten Freudlosigkeit bei vielen Lesern durchfällt und auch von Inserenten gemieden wird.
Um aber seine Freunde von Sie+Er nicht im Regen stehen zu lassen, ergänzt der Kolumnist den grössten Zeitschriften-Flop mit dem grössten Zeitungsflop: dem Berner Modell. Hatte der Medienexperte unlängst schon in seiner Kolumne nachzuweisen versucht, dass die Berner Opfer einer "Vielfalts-Obsession" seien, konstatiert er nun sowohl bei der Berner Zeitung als auch beim Bund einen zügigen Verfall der Qualität, weil es an Geld mangelt. Während es in anderen Städten zumindest eine gutgemachte Monopolzeitung gebe, habe man in Bern nur noch die Qual der Wahl zwischen zwei Käseblättchen.
Grösster TV-Flop der jüngeren SF-Geschichte ist last but not least laut Zimmermann die SF-Latenight-Show "Black 'n' Blond". Inhaltlich sei das Format weiterhin ein Kabinett verbaler Peinlichkeiten, so Zimmermann. Er wünscht sich fast, dass Moderator Chris von Rohr wieder seinen Hintern in de Kamera streckt. Denn ein Hintern rede wenigstens nicht.