"Die lokale Programmhoheit ist essentiell"

AZ Medien - Axel Wüstmann und Markus Gilli sagen, wie die Senderfamilie aufgestellt wird.

Am Dienstag wurde bekannt, dass sich die Senderfamilie der AZ Medien neu strukturiert (persoenlich.com berichtete). Der geplante nationale Sender TV24 startet am 12. Mai. Wie wird er sich von den übrigen Sendern (TeleZüri, TeleBärn und Tele M1) unterscheiden? Inwiefern wird Aarau zum neuen Produktionsmittelpunkt der Senderfamilie? Der neue Chefredaktor Markus Gilli und CEO Axel Wüstmann nehmen Stellung.

Herr Wüstmann, in der Pressemitteilung vom Dienstag ist von einem tieferen Personalbedarf die Rede. Wie viele Stellen werden konkret abgebaut?  
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Teams sinnvoll zu straffen, wo wir Synergiepotentiale frei machen können. Das wird mit der Umsetzung der neuen Organisation bei allen Sendern geprüft.

In Aarau gibt es bei den AZ Medien ein grosses TV-Studio. Werden die Sendungen nun verstärkt von Aarau aus produziert? 
Bei den Sendungen entscheiden wir situativ, an welchen Standorten es sinnvoll ist zu produzieren.

Wie steht es um die wirtschaftliche Situation der Senderfamilie? Befindet man sich in der Gewinnzone? 
Das operative Geschäft ist profitabel.

Herr Gilli, wie wird sich TV24 von den übrigen Kanälen der Senderfamilie unterscheiden?  
TV24 bietet ein breites Programmspektrum an, von News, Schweizer Eigenproduktionen und Musik bis hin zu Dokumentationen, Serien und Spielfilmen. Im Gegensatz zu den Regionalsendern ist TV24 national ausgerichtet und programmatisch komplementär zu unseren bestehenden TV-Sendern aufgestellt.

Alle Sender stehen neu unter Ihrer Leitung. Was heisst das für die einzelnen Programme? Sind die einzelnen Sender nun weniger autonom? 
Die eigene lokale Programmhoheit ist nach wie vor essentiell. Mit der neuen Struktur können sich die Redaktionen in Bern und Aarau klarer auf den journalistischen Konzessionsauftrag mit News aus den Regionen fokussieren. Die lokale Verwurzelung wird laufend gestärkt, wie zuletzt mit der Eröffnung des Korrespondentenbüros in Solothurn.

Fragen: Matthias Ackeret, Marco Lüthi; Bild: zVg