"Die Nähe zur SI garantiert uns einen sicheren Start."

- Die Schweizer Illustrierte erhält eine junge Schwester: Heute Montag erscheint erstmals die neue monatliche Schweizer Frauenzeitschrift "SI Style". Die Formel "Fashion, Beauty & Stars" soll es richten. Style wird auch die Schweizer Illustrierte beeinflussen, wie Chefredaktor Marc Walder und Projektleiter Urs Heller im Gespräch mit "persoenlich.com" erklären. Beide sprechen von einer "Win-Win-Situation im Hause Schweizer Illustrierte". Das Interview:

Marc Walder, Urs Heller, auch wenn SI Style ein eigenständiges Magazin ist, drängt sich aufgrund der Herkunft und der Namensgebung ein Vergleich mit der Schweizer Illustrierten auf. Was hat Style, was die SI nicht hat?

Marc Walder: Style ist sowohl auf dem Anzeigenmarkt wie auch auf dem Lesermarkt die perfekte Ergänzung zur Schweizer Illustrierte. Style setzt unsere Stärken im Zeitschriftenmachen konsequent ins spezifische Segment "Frauenmagazin" um. Darum haben wir uns auch entschieden, dass Urs Heller als Projektleiter und ich als Chefredaktor des Muttertitels Style vorläufig selbst führen. Man sollte Style also nicht mit der SI vergleichen, sondern, wenn schon dann mit den grossen Frauenzeitschriften aus Deutschland.

Wie sieht die Zielgruppe von Style im Gegensatz zu derjenigen der SI aus?

Urs Heller: Der Frauenanteil wird bei Style höher sein. Wir machen Style ja in erster Linie für eher urbane Frauen zwischen 20 und 40, die bei den Themen Fashion und Beauty mitreden wollen und auch noch schmunzelnd zur Kenntnis nehmen, was Stars aus Hollywood & Co. so denken und treiben.

Haben Sie nie daran gedacht, einem Vergleich zu entgehen, indem Sie für Style auf den Namenszusatz Schweizer Illustrierte verzichten?

Marc Walder: Wir haben Style immer als die junge, attraktive, weltoffene Schwester der grossen Schweizer Illustrierten gesehen. Dies ist auch in der Logofizierung so berücksichtigt. Unter dem Dach des Hauses Schweizer Illustrierte sind mittlerweile eine ganze Reihe erfolgreicher Heft-Titel vereint, zu ihnen gehören zum Beispiel al dente, Miss Schweiz, Shopping, Login. Und sogar der edle GaultMillau Guide Schweiz.

Haben Sie den Namenszusatz auch bewusst gewählt, um für den Start von Style vom starken Brand Schweizer Illustrierte zu profitieren?

Urs Heller: Natürlich. Die SI ist eine starke Marke, die im Leser- und im Werbemarkt Vertrauen geniesst. Über 600'000 Frauen lesen die SI. Ein grosser Teil von ihnen wird sich auch für ein modernes Frauenmagazin wie Style interessieren. Die Nähe zur SI garantiert uns Machern, aber auch unseren Geschäftspartnern, einen sicheren Start.

Style kommt im Gegensatz zur SI als Hochglanz-Produkt daher. Gab es durch den Namen Style gar keine Alternative?

Urs Heller: Wer sich die Formel Fashion, Beauty & Stars verschreibt, muss chic daher kommen: Hochglanz, klebegebunden, mit anständigem Papier. Das stand von der erster Minute an fest.

Befürchten Sie nicht, dass nun die SI im Vergleich zu Style etwas bieder daher kommt und von der neuen, moderneren Zeitschrift überstrahlt wird?

Marc Walder: Grundsätzlich muss Style ein anderes Kleid haben, man darf dies durchaus moderner nennen. Style wird mit Sicherheit die Schweizer Illustrierte optisch beeinflussen. Für den Creative Director der SI hat dieser Prozess bereits begonnen. Eine Zeitschrift darf nie stehenbleiben. Glücklich, wer die Inspiration gleich im eigenen Haus hat.

Style kommt internationaler daher als die SI. Können Sie sich vorstellen, Style auch über die Landesgrenzen hinaus herauszugeben?

Urs Heller: Bleiben wir bescheiden. Erstes Ziel ist es, mit einem neuen Magazin und mit der neu zusammengestellten jungen Redaktion in der Schweiz zu bestehen. Interessiert sich zu einem späteren Zeitpunkt Ringier Europa für eine Style-Adaption, so ist unser Konzept natürlich jederzeit zu haben.

Es fällt auf, dass in der ersten Ausgabe von Style sehr viele Werbeinserate platziert werden konnten. Beim Durchblättern der 164 Seiten stösst man in etwa auf 46 Werbeseiten. Ist das nur das Interesse am Neuen, oder sind Fashion, Beauty und Stars den Werbenden wirklich so einfach zu verkaufen?

Urs Heller: Der Werbemarkt hat Style tatsächlich sehr freundlich aufgenommen. Viele Kunden haben sich im Bereich Frauenzeitschriften eine etwas jüngere, modernere Alternative gewünscht. Es erinnert mich ein wenig an den Sonntagspresse-Markt. Dort wurde es für die Auftraggeber doch auch erst so richtig lustig, als mehrere starke Player zur Auswahl standen. Profitiert haben schliesslich alle.

Glauben Sie, dass Style der Sl bald den Rang ablaufen könnte?

Marc Walder: Urs Heller als SI-Verlagschef und ich als SI-Chefredaktor sind beide der Meinung, dass Style der Schweizer Illustrierten helfen wird. Und dass Style wiederum von der Schweizer Illustrierten profitieren wird. Eine Art Win-Win-Situation im Hause Schweizer Illustrierte also.

(Interview: Stefan Wyss)

So sieht die neue Frauenzeitschrift aus: