30.01.2013

NZZ

"Die NZZaS ist national führend in der Top-Zielgruppe"

Bettina Schibli im Interview.
NZZ: "Die NZZaS ist national führend in der Top-Zielgruppe"

Anfang März 2013 lanciert die NZZ Mediengruppe die "Ostschweiz am Sonntag". Wie schon bei der "Zentralschweiz am Sonntag" verzichtet das Medienhaus auch bei der regionalen Sonntagszeitung "OaS" auf die Übernahme eines Mantelteils der "NZZ am Sonntag". Bettina Schibli, Leiterin Unternehmenskommunikation der NZZ Mediengruppe, erklärt im Interview mit persoenlich.com, was für das Sonntagszeitungsmodell der NZZ spricht und wie das Unternehmen auf die veränderten Bedingungen im Schweizer Sonntagszeitungsmarkt reagiert. Das Interview:

Frau Schibli, "Der Sonntag" und "Die Südostschweiz am Sonntag" schliessen sich zur "Schweiz am Sonntag" (persoenlich.com berichtete) zusammen. Sind Sie überrascht über diese Fusion?
Nein, angesichts der Entwicklung der beiden Zeitungen kommt dieser Schritt nicht unerwartet.

Die AZ Medien und die Südostschweiz Medien gehen also gerade den umgekehrten Weg als die NZZ Mediengruppe. Bei der "Schweiz am Sonntag" wird auf überregionale Mantel-Seiten gesetzt, bei der NZZ Mediengruppe hingegen auf ein Modell komplett unterschiedlicher regionaler Sonntagszeitungen. Können beide Modelle im Schweizer Medienmarkt funktionieren? Oder wird ein Konzept den Kürzeren ziehen müssen?
Das ist so nicht ganz korrekt. Wir haben zwei Konzepte mit verschiedenen inhaltlichen Ausprägungen: Den nationalen Titel "NZZ am Sonntag" einerseits und (in Kürze) zwei klar regionale Titel, die "Zentralschweiz am Sonntag" und die "Ostschweiz am Sonntag" andererseits. Wir sind überzeugt, dass sowohl das nationale als auch das regionale Modell funktioniert, solange die Inhalte stimmen und gut gemacht sind. Die "NZZ am Sonntag" mit ihren in den letzten Jahren gestiegenen Leserzahlen beweist dies eindrücklich. Mit dem Sonntagspool erreichen wir gemeinsam 859'000 Leserinnen und Leser in der Deutschschweiz.

Steht Ihr Modell mit regionalen Sonntagszeitungen mit dieser Fusion nun stärker unter Druck?
Nein.

Von aussen betrachtet müsste man meinen, dass eine Sonntagszeitung mit einem überregionalen Mantel und einem regionalen Teil nicht nur günstiger in der Produktion, sondern auch qualitativ hochstehender sein müsste.
Diese Rechnung scheint mir zu einfach. Produktionstechnisch mag dies günstiger sein, Qualität wird aber wie bereits gesagt vom Inhalt bestimmt.

Was ist der Vorteil des Sonntagszeitungsmodells der NZZ Mediengruppe?
Die NZZaS ist national führend in der Top-Zielgruppe. Unsere beiden regionalen Sonntagszeitungen haben gegenüber der "Schweiz am Sonntag" den Vorteil, dass sie im Sinne einer 7. Ausgabe konzipiert sind. Das heisst sie sind unschlagbar in ihrer Nähe zur Leserschaft. Mit der ZaS und der OaS legen wir den Fokus auch am Sonntag auf das regionale Geschehen, es wird nicht hintenangestellt. Und unsere Leserinnen und Leser fühlen sich in ihrem Blatt zu Hause, da es optisch ähnlich daher kommt und die redaktionellen Inhalte aus demselben Guss sind, und nicht wie beim neuen Konzept von zwei Redaktionen aus verschiedenen Häusern und Regionen stammt.

Sie lancieren die "Ostschweiz am Sonntag" auf Anfang März, die "Schweiz am Sonntag" erscheint erstmals am 24. März. Ändert sich mit dieser Fusion in der Ausgangslage für die Lancierung der "Ostschweiz am Sonntag" irgend etwas?
Nein.

Um Sie herum wird fusioniert und ausgebaut. Die AZ Medien und der "Sonntag" dehnen sich in die Südostschweiz aus, Tamedia weitet ihren Einfluss in den Raum Basel aus. Wo bleibt da die NZZ Mediengruppe?
Wir haben unsere Aktivitäten im Digitalbereich ausgebaut und gehören hier zu den Pionieren. Unser Konferenzgeschäft haben wir ebenfalls deutlich und erfolgreich mit dem SEF und weiteren Veranstaltungen ausbauen können. Und immerhin lancieren wir im März eine neue Zeitung.

Interview: Benedict Neff, Bild: NZZ Mediengruppe

 


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