Mit durchschnittlich 460'000 Zuschauern pro Sendung gibt sich das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) offiziell zufrieden (persoenlich.com berichtete). Doch die Erwartungshaltung war wohl eine andere, schreibt die "Schweiz am Sonntag" (SaS). Als Beweis für diese These zieht die SaS die Kosten für den Werbeplatz vor den vier Doku-Fiktion-Filmen herbei, denn "einer der wichtigsten Indikatoren für den erwarteten Erfolg einer Sendung sind die Kosten für einen Werbespot".
11'500 Franken für 20-Sekunden
Rechnen die Verantwortlichen mit vielen Zuschauern, steigen automatisch die Preise für die Werbetreibenden. Schliesslich erreichen sie dann mit einem TV-Spot besonders viele potenzielle Kunden. Wer vor "Die Schweizer" sein Produkt bewerben wollte, musste laut SaS knapp 11'500 Franken für einen 20-Sekunden-Spot bezahlen. Damit ist die Sendung fast auf gleichem Niveau wie "Tagesschau" (12'600 Franken), die zuletzt regelmässig über 700'000 Zuschauer erreichte und als teuerster Werbeplatz im Schweizer TV gilt.
Auch im Vergleich mit anderen Sendungen, die ebenfalls zur Primetime laufen, seien "Die Schweizer" besonders teuer. Vor der "Millionenfalle", "Top-Secret", aber auch etablierten Sendungen wie "SRF bi de Lüt" zahlen die Werbetreibenden deutlich weniger – obwohl die Zuschauerzahlen teilweise höher sind.
Prognosen seien schwierig, sagt Publisuisse
Für die SRG-Partnerin Publisuisse, welche die Werbepreise bestimmt, ist es nicht immer einfach, die adäquate Zuschauerzahl vorherzusagen. Das gilt insbesondere für neue Formate. "Die Nachfrage entscheidet massgeblich über den Preis des Werbespots“, sagt Andres Palomares von Publisuisse. Neben den zu erwartenden Zuschauerzahlen spiele auch das Image eine grosse Rolle. "Bei einem Prestige-Projekt wie 'Die Schweizer' ist der Swissness-Faktor besonders hoch", sagt er. (SaS)