Am Samstag wurden in der Roten Fabrik die Big Brother Awards verliehen. Damit wurden die "grössten Schnüffelratten der Schweiz aus Privatwirtschaft und Politik ausgezeichnet", wie auf der Website der Veranstalter zu lesen ist.
Der Preis wurde in fünf Kategorien vergeben: Staat-Award, Business-Award, Arbeitsplatz-Award, Lebenswerk-Award und Winkelried-Award.
Den Staats-Award erhielt die Gemeinde Emmen, da sie einen ehemaligen Polizeibeamten als "Sozialinspektor" einstellte, um ihre Sozialhilfebezüger zu überwachen.
Der Business-Award ging an die Postfinance, die Transaktionsdaten illegal an die US-Finanzbehörden übergab.
Den Arbeitsplatz-Award hat sich Bundesanwalt Valentin Roschacher verdient, der in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" die Papierkörbe seiner 100 Angestellten durchsuchte.
Den Lebenswerk-Award erhielt der Bieler Polizeidirektor Jürg Scherrer, der sich als Vertreter der Freiheitspartei FPS seit vielen Jahren erfolglos für die Kameraüberwachung des öffentlichen Raumes einsetzt.
Der Winkelried-Award zeichnet Unternehmen und Personen aus, die sich gegen die Datenschnüfflerei wehren. Er wurde der Menschenrechtsgruppe "augenauf" verliehen, die Asylsuchenden half, ihre Prepaid-Handys zu registrieren. Da die Asylsuchende nicht über die nötigen Dokumente verfügten, suchte "augenauf" Patinnen und Paten, die dafür ihre Namen zur Verfügung stellten. Sie hielt sich an die exakten Vorschriften des BAKOM.
Für den Award nominiert waren auch Tamedia und SFDRS ("persoenlich.com" berichtete). Beide gingen jedoch leer aus.