Die "Tagesschau" durfte die fiktive Wetterprognose zeigen

SRF - Die UBI weist eine Beschwerde gegen den "Wetterbericht 2050" ab.

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) hat eine Beschwerde gegen einen Beitrag der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SRF über die UNO-Klimakonferenz abgewiesen. Trotz einer falschen Wortwahl sei das Publikum nicht getäuscht worden, teilte die UBI am Dienstag mit.

In der Hauptausgabe der "Tagesschau" hatte SRF am 3. Dezember 2014 einen Beitrag über die UNO-Klimakonferenz in Lima ausgestrahlt. Darin wurden Ausschnitte aus einem möglichen Wetterbericht für den 7. August 2050 gezeigt, den die deutsche Fernsehanstalt ARD für die Klimakonferenz realisiert hatte.
 
Mit diesem Bericht war ein Gründungsmitglied des Klimamanifests von Heiligenroth nicht einverstanden und reichte bei der UBI Beschwerde ein. Der Beschwerdeführer rügte insbesondere die Einleitung zum Beitrag, wonach der Wetterbericht keine Fiktion sei, sondern auf Berechnungen der UNO-Meteorologen beruhe.
 
Beide Aussagen seien falsch, machte der Beschwerdeführer geltend. Es gebe keine Belege für ein vermehrtes Auftreten von "Extremwetterereignissen". Die Fernsehzuschauer seien deshalb durch den Beitrag getäuscht worden. Die UBI stellt sich dagegen auf den Standpunkt, für das Publikum sei sehr wohl hervorgegangen, dass es sich im Zusammenhang mit der gezeigten Wetterprognose für den 7. August 2050 um ein mögliches Szenario gehandelt habe. Quelle und Auftraggeber seien zudem in transparenter Weise genannt worden.
 
Das Sachgerechtigkeitsgebot sei deshalb nicht verletzt worden. Den Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung des Publikums weist die UBI entschieden zurück. Trotz der Wortwahl habe es den beanstandeten Einstieg in den Beitrag richtig einordnen können. (sda)