Die WEMF-Auflagenzahlen 2009

- Zwar konnten die Pendlerzeitungen ihre Auflage in den vergangenen 12 Monaten auf Kosten der Tageszeitungen erneut steigern. Doch dies deutlich weniger stark als in den Jahren zuvor. Dies geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Auflagenzahlen 2009 der WEMF AG für Werbemedienforschung hervor. Die Erosion bei den bezahlten Tageszeitungen hält generell an, wenn auch in weniger rapidem Tempo. "persoenlich.com" zeigt die Auflagen der wichtigsten Titel im Überblick:

Der Boom bei den Gratiszeitungen ist vorüber. Zwar konnten die im Markt verbliebenen Gratiszeitungen ihre Auflage im laufenden Jahr weiter steigern. Die hohen Wachstumraten der letzten Jahre konnten jedoch nicht mehr erreicht werden. Die mit Abstand auflagenstärkste Gratiszeitung bleibt "20 Minuten" aus dem Zürcher Verlagshaus Tamedia, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der WEMF AG für Werbemedienforschung zu entnehmen ist. Die Auflage stieg nach einem Sprung im Vorjahr nochmals leicht um 1,3 Prozent auf 536'473 Expemlare.

Das Westschweizer Schwesterblatt "20 minutes" vermochte nochmals um 3,7 Prozent auf 229'729 Exemplare zuzulegen, während die Auflage des "Matin bleu" nur noch leicht um 0,4 Prozent auf 231'701 Exemplare stieg. Nach der Übernahme von Edipresse durch Tamedia ist der "Matin bleu" per 25. September eingestellt worden.

Blick am Abend überflügelt Blick

Auf Erfolgskurs segelt auch der "Blick am Abend", der vom Zürcher Ringier-Verlag herausgegeben wird. Das Blatt konnte die Auflage um 6,9 Prozent auf 225'226 Exemplare erhöhen. Damit überflügelte die Gratiszeitung erstmals die Bezahlzeitung "Blick", deren Auflage um weitere 7,2 Prozent auf 214'555 Exemplare schrumpfte.

Die Erosion bei den bezahlten Tageszeitungen hält generell an. Sie verlieren weiter stetig an Auflage, wenn auch in weniger rapidem Tempo. Der "Tages-Anzeiger" rückt als zweitgrösste Schweizer Tageszeitung mit 209'297 verkauften Exemplaren (-2,1 Prozent) nahe an den "Blick" heran.

Das gilt auch für die ebenfalls im Tamedia-Verlag erscheinende "Berner Zeitung", deren Auflage um 1,9 Prozent auf 208'694 Exemplare zurückging. Der "Bund", der seit Anfang September mit dem "Tages-Anzeiger" im Mantelteil (Inland, Ausland, Wirtschaft) eng zusammenarbeitet, büsste 2,8 Prozent auf 52'705 Exemplare ein. Die Auflagen der "Mittelland Zeitung" (-5,1 Prozent auf 192'244), der "Neuen Zürcher Zeitung" (-2,3 Prozent auf 139'732), der "Neuen Luzerner Zeitung" (-1,4 Prozent auf 127'244), der "Südostschweiz" (-1,4 Prozent auf 125'622), der "Zürcher Landzeitung" (-3,3 Prozent auf 100'319), des "St. Galler Tagblatts" (-3,3 Prozent auf 95'469) und der "Basler Zeitung" (-5,5 Prozent auf 88'187) schrumpften.

Gesättigter Markt für Sonntagszeitungen

Gesättigt scheint vorerst der Markt der Sonntagszeitungen. Der "Sonntagsblick", verlor als Nummer eins weitere 5,6 Prozent auf 247'449 Exemplare auf. Die "Sonntagszeitung" büsste 3,6 Prozent auf 194'764 ein, während der "Sonntag" aus dem Hause der AZ-Medien um 5,8 Prozent auf 178'613 Exemplare zurückfiel. Einzig die "NZZ am Sonntag" legte leicht um 1,7 Prozent auf 128'516 zu. Die "Südostschweiz am Sonntag" konnte ihre Auflage mit 52'766 halten. Die erstmals in der WEMF-Statistik aufgeführte "Zentralschweiz am Sonntag" weist 110'012 Exemplare aus.

In der Romandie ein ähnliches Bild

In der Westschweiz präsentiert sich das Bild ähnlich wie in der Deutschschweiz. Der "24Heures", die auflagenstärkste Tageszeitung der Romandie, büsste weitere 4,9 Prozent auf 81'566 ein. Der "Matin" verlor 4,1 Prozent auf 58'849, während der "Matin dimanche" einen Rückgang um 4,2 Prozent auf 193'601 hinnehmen musste. Gegen den Trend konnte "Le Temps" die Auflage (45'506) halten. Das gilt auch für die Tessiner Tageszeitungen. Der "Corriere del Ticino" weist eine Auflage von praktisch unverändert 37'142, "La Regione" von 32'555 und das "Giornale del Popolo" von 16'497 Exemplaren aus.

Die WEMF stellt ihre Jahreszahlen jeweils per Ende September zusammen. Sie bildet die Entwicklung in der Vergangenheit ab. Vor allem im Markt für Gratisblätter hat sich die Situation mit der Einstellung von ".ch", dem Rückzug von "News" aus Basel und Bern sowie dem Ende von "Matin bleu" unterdessen markant verändert. (sda/per)

Eine Auswahl im Überblick

Die neusten Auflagenzahlen gelten für den Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2008 und dem 30. Juni 2009. Die Beglaubigung basiert auf dem Prinzip der Selbstdeklaration.

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