Arthur Rutishauser ist am Dienstag zum neuen Chefredaktor der "SonntagsZeitung" ernannt worden. Wird er zuerst die Redaktion personell zurechtstutzen müssen?
Nein, aber auch die "SonntagsZeitung" muss ihre Mittel in Zukunft noch gezielter einsetzen, denn die Werbeeinnahmen entwickeln sich bei allen Sonntagszeitungen rückläufig. Arthur Rutishauser wird neue Akzente setzen und in anderen Bereichen eine Zusammenarbeit insbesondere mit dem "Tages-Anzeiger" prüfen. Das Team der SonntagsZeitung ist und bleibt aber eine eigenständige, starke Redaktion.
Wie realistisch ist die Zahl von zwei Dutzend Entlassungen, die im Interview mit dem "Tages-Anzeiger" genannt wird?
Die Zahl ist völlig falsch.
Oder ist der Restrukturierungsprozess, wie Rutishauser Interview mit "persoenlich.com" andeutet, bereits abgeschlossen? Dort spricht er gar von "gezielten Verstärkungen".
Ich glaube, meine Ausführungen zur ersten Frage beantworten Ihnen auch diese.
Ist schon bekannt, ob Rutishauser das Blatt inhaltlich straffen und auf weniger Bünde setzen wird?
Auf den Frühling 2014 wird sich die SonntagsZeitung optisch auffrischen, in diesem Zusammenhang ist auch eine Neugestaltung der Blattarchitektur mit weniger Zeitungsbünden möglich. Das Konzept muss aber in den nächsten Monaten noch entwickelt werden.
"Ich will bei allen wichtigen Themen mit gut recherchierten Geschichten auffallen", betont Rutishauser, wiederum im Interview mit dem "Tages-Anzeiger". Was tut sich eigentlich am Recherchedesk in Bern? Wie viele Leute sind dort tätig, welche Stellung hat es?
Das gemeinsame Recherchedesk von "Le Matin Dimanche" und der "SonntagsZeitung" hat sich bewährt und in den letzten eineinhalb Jahren mit starken Geschichten zur Profilierung der beiden Sonntagszeitungen beigetragen. Das Team umfasst sechs Redaktorinnen und Redaktoren und in der Regel zwei Praktikanten. Zudem arbeitet das Team immer wieder eng mit den anderen Ressorts der Redaktionen zusammen.
Interview per Mail: Adrian Schräder/Hauptbild: Keystone