Digitales Fernsehen soll rasch eingeführt werden

Bundesrat - Rüge für Informationspolitik der SRG.

Bis Ende 2004 müssen weite Teile des Tessins, der Westschweiz und des Mittellandes mit digitalen TV-Sendern versorgt werden. Diesen Zeitplan hat Moritz Leuenberger der SRG vorgegeben. Der Bundesrat unterstützt die rasche Gangart und rügt die SRG. Mit Blick auf die Einführung des Digitalfernsehens hatte die SRG in der ersten Hälfte 2002 verschiedene analoge TV-Sender abgeschaltet. Seither können vorab in Randregionen Zehntausende von Haushalten ohne Kabel- oder Satellitenanschluss anderssprachige Sendungen nicht mehr empfangen, was grossen Unmut hervorgerufen hat.

Bevölkerung schlecht informiert

In seiner Antwort auf parlamentarische Vorstösse bedauert der Bundesrat die "suboptimale" Information durch die SRG. Viele Zuschauer seien durch die Abschaltung überrumpelt worden. Die SRG müsse den kommunikativen Umgang mit der Bevölkerung ernst nehmen und über Ausbau und Entwicklungsstand des Digitalfernsehens eingehend informieren.

Dank dem terrestrischen Digitalfernsehen (DVB-T) können über eine Zimmer- oder Dachantenne bedeutend mehr Programme empfangen werden. Im Unterengadin läuft ein Versuchsbetrieb, der in den nächsten Monaten auf das Oberengadin ausgeweitet wird. In der Folge erwartet der Bundesrat für die ganze Schweiz eine beschleunigte Realisierung.

Der Zeitplan

Nach Leuenbergers Vorgaben soll DVB-T im Tessin und im Genferseegebiet bereits 2003 bzw. 2004 eingeführt werden. Der Ausbau wichtiger Senderstandorte soll es dann ermöglichen, 2004 das schweizerische Mittelland mit digitalem Fernsehen zu versorgen. Bis 2008 soll eine erste landesweite digitale Senderkette erstellt sein.