Digitalumstellung verschärft TV-Krise

USA - Sender befürchten Zuseherverluste durch Analog-Abschaltung.

Die für 12. Juni angesetzte Umstellung von analogem auf digitales Antennenfernsehen könnte für viele US-amerikanische TV-Stationen zu keinem schlechteren Zeitpunkt erfolgen. Nachdem die Regierung den Fernsehanbietern die endgültige Abschaltung des analogen TV-Signals ursprünglich als große Chance verkauft hatte, um sich selbst und die eigenen Inhalte in moderner Form einem breiteren Publikum präsentieren zu können, macht sich nun erstmals Ernüchterung breit.

So befürchten vor allem die kleineren lokalen Sendeanstalten, die von der gegenwärtigen Krise im Werbeanzeigengeschäft am stärksten betroffen sind, dass sich durch die Umstellung ihre ohnehin bereits angeschlagene wirtschaftliche Situation noch weiter verschärfen könnte. Da viele Haushalte insbesondere in den kleineren regionalen Märkten der USA bislang immer noch nicht auf den digitalen TV-Empfang gewechselt hätten und auch keine entsprechende Absicht erkennen ließen, müsse man sich Sorgen machen, durch die Umstellung Zuseher zu verlieren, heißt es in einem Bericht des US-Branchenblattes Variety.

Aus Sicht der US-TV-Anbieter sieht man der digitalen Umstellung aber nicht nur in Anbetracht eines befürchteten Zuseherverlusts skeptisch entgegen. Laut Variety-Bericht würden nämlich auch die zusätzlichen Sendekapazitäten, die der Wechsel der Übertragungstechnologie mit sich bringt, keinen Vorteil für die Sender bedeuten. So sei es ihnen künftig zwar möglich, bis zu vier zusätzliche Kanäle zum Hauptprogramm zu betreiben. In der Realität zeige sich aber, dass dieses Potenzial zumeist vollkommen ungenutzt bleibt. Die Sender hätten nämlich ohnehin schon genug Probleme damit, ausreichend Werbekunden zu gewinnen, um den Hauptsender mit Programm füllen zu können. (pte)

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