Dilma Rousseff prangert vor UNO Spionage an

US-Geheimdienstaffäre - Illegale Abhörmassnahmen, die dem Schutz vor Terroristen dienten, seien "unhaltbar".

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat bei der UNO-Generaldebatte die Spionage durch den US-Geheimdienst NSA angeprangert. "Eine derartige Einmischung ist eine Verletzung des Völkerrechts", sagte Rousseff am Dienstag in New York. Das Argument Washingtons, dass diese "illegalen Abhörmassnahmen" dem Schutz vor Terroristen dienten, sei "unhaltbar". "Brasilien weiss, sich selbst zu beschützen", sagte Rousseff. Sie forderte die Vereinten Nationen auf, ein neues Regelwerk für die internationale Benutzung des Internets zu entwerfen.

Der brasilianische Sender Globo hatte unter Berufung auf Informationen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden berichtet, dass die NSA Telefonate und Internetkommunikation von Rousseff und ihren Mitarbeitern überwacht habe. Auch der mexikanische Staatschef Enrique Peña Nieto sei ausgespäht worden.

Die Spionagevorwürfe stellten das Verhältnis zwischen den USA und Brasilien auf eine harte Probe. Einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in Washington sagte Rousseff ab. (sda/afp/dpa)