"Diskussion beruht auf Irrglauben"

Paid Content - FTD Online-Chef kritisiert Bezahlmodell für Online-Inhalte.

Die Diskussion um Paid Content im Internet beschäftigt die Branche. Unter anderem ist der Medienmogul Rupert Murdoch überzeugt, dass Bezahlinhalte die Verlage retten könnten. Anderer Meinung ist Joachim Dreykluft, Nachrichtenchef Online der "Financial Times Deutschland". "Die Diskussion beruht auf einem Irrglauben", schreibt er in einem Kommentar. "Verleger und auch Journalisten sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass ihre Leser tatsächlich für gedruckte Inhalte zahlen."

Man könne sich darüber streiten, aus welchem Teil der Erlöse tatsächlich die Journalisten bezahlt werden. Fakt ist gemäss Dreykluft, dass das, was der Leser bezahlt, längst nicht reicht, um den Inhalt zu generieren. Das Experiment, das Printprodukt ausreichend hoch zu bepreisen und auf Anzeigen zu verzichten, wage deshalb so gut wie niemand. Gemäss dem Online-Chef seien die Leser nicht bereit, für Distribution und zusätzlich für den Inhalt von Nachrichten zu zahlen.

Kostenlos sei auch die Online-Mediennutzung nicht, da der Nutzer unter anderem die Kosten für Hardware und Verbindungsgebühren selbst zu berappen hat. "Verleger sollten nicht alle paar Jahre die Bezahlinhalte-Sau durchs Dorf treiben", sagt der Nachrichten-Chef weiter. Wichtiger wäre es seiner Meinung nach, darüber nachzudenken, wie es Verlagen gelingen kann, wieder Kontrolle über grössere Teile der Distributionskette zu bekommen.