Dominik Kaiser gründet neuen Sender

4+ - Der 3+-Chef erläutert seinen Blockbuster-Kanal.

Herr Kaiser, Sie preisen 4+ als eine Alternative an und sprechen davon, mit Ihrem Programm in Nischen zu preschen. Wo sehen Sie konkret Programmnischen und was bieten Sie alternativ zum bestehenden Fernsehprogramm an?

Auf 4+ werden wir uns im ersten Schritt stark auf Blockbuster-Filme konzentrieren. Es gibt bisher viele Abende, an welchen man das Free-TV-Angebot an Top-Spielfilmen an einer Hand abzählen kann. Wir bieten zu den bestehenden Sendern eine gute Alternative und werden unsere Filme komplementär programmieren.

Wieso lagern Sie die Spielfilme auf einen eigenen Sender aus? Was sind die Vorteile davon?

Wir zeigen schon seit längerem auf 3+ nur noch wenige Spielfilme. Im Moment ist es einer pro Woche, im Anschluss an "Bauer, ledig, sucht…" am Sonntag. Davor gab es cirka 3 Monate gar keinen Spielfilm auf 3+ zu sehen. Mit dem grossen Spielfilm-Angebot ergänzt 4+ das Programm von 3+ sehr gut.

Wie viele Spielfilme zeigen Sie täglich? Wie stark wird das Programm von Wiederholungen geprägt sein?

Wir werden vor allem in der Primetime auf Blockbuster setzen. An den Spielfilmabenden wird es jeweils zwei Spielfilme direkt hintereinander geben. Diese werden dann in der Nacht wiederholt.

Welche Pläne hegen Sie mit dem neuen Sender in Zukunft?

Das Programm wird sich Schritt für Schritt entwickeln. Die Zuschauer werden entscheiden, wo die Reise schlussendlich hingeht. Was funktioniert und beliebt ist, wird ausgebaut, was weniger geschaut wird, verschwindet aus dem Programm.

Wird der Sender neben dem Blockbuster-Mainstream-Programm auch Schweizer Eigenheiten aufweisen?

Wir werden sicher unsere beliebtesten Schweizerdeutschen Sendungen auch auf 4+ zeigen.

Im Gegensatz zum Jugendsender Joiz agieren Sie als Privatsender auf dem Schweizer Markt eher risikoscheu. Warum versuchen Sie sich nicht auch mit exklusiveren Programmpunkten?

Wir orientieren uns an den Zuschauerzahlen und optimieren unser Programm konstant mit grossen und kleinen Schritten. Wir probieren ständig neue Serien und Eigenproduktionen aus. Im letzten Jahr waren es über 20 neue Formate. Was gut funktioniert, wie "Hawaii Five-0" wird ausgebaut, was unterdurchschnittlich läuft, wie "The Walking Dead" verschwindet wieder aus dem Programm. Beide Formate haben wir als Erste gezeigt. Auch mit Eigenproduktionen wie "Jung, wild & sexy" waren wir vor der Deutschen Konkurrenz. Jedes neue Programm ist ein Risiko. Wenn das Programm Potential hat, viele Zuschauer zu begeistern, wird es diese Sendung früher oder später auch auf anderen Sendern in Deutschland und Österreich geben. Die Auswahl an erfolgreichen Formaten ist überschaubar und die Zuschauer sind schnell weg, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

Interview: Benedict Neff