Droht Ausstieg der FMH?

"Gesundheit Sprechstunde" - Beobachter macht Imageprobleme durch "Fall Stutz" aus.

Am 26. Juni 2004 wählt die Ärztevereinigung FMH den Nachfolger des bisherigen FMH-Präsidenten Hans Heinrich Brunner, der ins Bundesamt für Gesundheit wechselt. Mit der Wahl des neuen Präsidenten könnte das Ende der Zusammenarbeit der FMH mit Ringier und "Gesundheit Sprechstunde" besiegelt sein, schreibt der Beobachter in seiner aktuellen Ausgabe. Denn schon heute sei klar: Alle vier Kandidaten fürs FMH-Präsidium wollten den auslaufenden Sponsoring-Vertrag mit der Sendung nicht erneuern. Dies zeigten Recherchen des Beobachters.

"Die Mehrheit der Ärzteschaft will, dass die FMH das Sponsoring der Sendung stoppt -- dem schliesse ich mich an", wird Jacques de Haller, Präsident der Gesellschaft für Allgemeinmedizin, vom "Beo" zitiert. Wie er wollten auch die drei übrigen Anwärter aufs FMH-Präsidium bei Stutz aussteigen. "Die Sendung ist aus dem Ruder gelaufen. Sie medikalisiert die Patienten -- aus gesunden Menschen werden Kranke gemacht", bemängle etwa der Magen-Darm-Spezialist Max Giger, Mitglied des FMH-Zentralvorstands sowie der Eidgenössischen Arzneimittelkommission.

Mit dem "Fall Stutz" habe die FMH ein veritables Imageproblem am Hals, so der Beobachter weiter. Deshalb laufe vor allem die Basis der Ärzteschaft Sturm gegen die Sendung. "Was dort propagiert wird, ist reinste Konsumation und Perversion des medizinischen Denkens", ärgere sich der Neurologe Professor Walter Waespe. Bereits letztes Jahr habe der 700 Ärzte zählende Verein Berner Hausärzte in einem Brief an Hans Heinrich Brunner gefordert, der Sendung "jegliche Unterstützung zu entziehen". Die 530 Ärzte zählende Solothurner Ärztegesellschaft lanciere in Kürze einen Vorstoss bei der Ärztekammer.