Die Cablecom verschiebt Sender um Sender vom analogen ins digitale Angebot. Der neuste Coup: Im Tessin werden der österreichische Sender ORF 1 sowie weitere drei Sender aus dem Programm genommen. Die Reduzierung des analogen Angebots schreitet immer schneller voran und dürfte durch das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) noch beschleunigt werden. Im Entwurf zum RTVG, das der Bundesrat in den nächsten Wochen verabscheidet, ist nämlich vorgesehen, dass höchstens 20 TV-Sender analog verbreitet werden müssen -- darunter sämtliche konzessionierten Schweizer Stationen.
Nicht dabei wären demnach sprachregionale Sender wie U1, 3+ oder Star-TV, wie Franz Zeller vom Bundesamt für Kommunikation gegenüber der Mittellandzeitung (MZ) erklärt. Eng könnte es gemäss Verordnung auch für einige ausländische Sender werden -- falls sie folgende Voraussetzungen nicht erfüllen: Sie müssen in einer schweizerischen Landessprache senden, "im Rahmen aufwändiger redaktioneller Formate über gesellschaftliche, wirtschaftliche oder kulturelle Phänomene berichten" sowie regelmässig schweizerische Beiträge ausstrahlen oder sich regelmässig mit schweizerischen Themen befassen. Dies würde gemäss MZ bedeuten, dass Sender wie ARD, ZDF, ORF 1 und 2 sowie die Privaten nicht dazugehören.
Der umstrittene Entwurf ruft Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga auf den Plan. Sie fordert die Regierung auf, bei "wichtigen und heiklen Entscheiden" auf die Sprachminderheiten Rücksicht zu nehmen. Mindestens italienische, spanische und portugiesische Staatssender müssten Teil des analogen Angebots sein, so Sommaruga in der MZ. Der Bundesrat müsse die Anzahl von bloss 20 "Muss-Sendern" deutlich erhöhen. Untersützt wird die Konsumentenschützerin in ihrer Meinung durch Filippo Leutenegger.