Nach Protesten ukrainischer Journalisten gegen Zensur hat Präsident Viktor Janukowitsch eine Prüfung der Vorwürfe zugesagt. Janukowitsch erschien am Freitag in Kiew zu seiner ersten Pressekonferenz seit einem Jahr.
Mit Janukowitsch-Masken verkleidete Mitglieder der regierungskritischen Organisation "Stoppt die Zensur" beklagten mit Zwischenrufen Druck und Einflussnahme auf ihre Arbeit. Der seit drei Jahren amtierende Staatschef räumte ein, dass er sich ungern mit Journalisten treffe.
Die Ukraine, die derzeit den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) innehat, war in einer Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen zur Pressefreiheit zuletzt auf den 116. Rang von 179 abgerutscht.
Eine Freilassung der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko lehnte Janukowitsch weiter ab. Die Ex-Regierungschefin müsse sich darüber im Klaren sein, dass ihre mit Russland abgeschlossenen Gasverträge der Ukraine jährlich einen Schaden von sechs Milliarden US-Dollar verursachten, sagte der Präsident am Freitag. Timoschenko droht ein weiterer umstrittener Prozess wegen Mordes an einem Abgeordneten in den 1990er Jahren. (sda/dpa)