Der Druck auf das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) steigt: Es soll die "Elefantenrunde" der Parteipräsidenten am Wahltag vom 23. Oktober in Bern und nicht in Zürich durchführen. Nach der Stadt Bern fordert nun auch der Verein Hauptstadtregion Schweiz die Parteipräsidentenrunde in Bern. Medien- und staatspolitisch sei es bedenklich, wenn der Austragungsort dieser Präsidentendiskussion Zürich und nicht die Bundesstadt sei, schreibt der Verein in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der Verein habe bei SRF interveniert und erwarte, dass das Unternehmen den Entscheid nochmals überdenke. Schliesslich stelle die "Elefantenrunde" das "politische und symbolische Kernelement der Berichterstattung über die eidgenössischen Wahlen" dar.
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass SRF anlässlich der National- und Ständeratswahlen drei sprachregionale Wahlzentren in Zürich, Genf und Lugano plant und die "Elefantenrunde" in Zürich durchführen will. SRF-Sprecher Marco Meroni sagte damals, die Studioräume im Medienzentrum Bundeshaus seien für die grosse Wahlsendung zu klein und nicht gut genug ausgerüstet. "Ich kenne kein anderes Land, wo das öffentlich-rechtliche Fernsehen bei nationalen Wahlen nicht aus der Hauptstadt sendet", sagte dazu Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Stadt und Kanton Bern, Initianten des Vereins Hauptstadtregion Bern, haben nun also offensichtlich ihre Verbündeten in den Kantonen Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis auf ihre Seite ziehen können. Diese Kantone bilden zusammen mit fast allen grösseren Städten der fünf Kantone sowie weiteren Mitgliedern den Verein Hauptstadtregion Schweiz. (sda)