Durchführung von "Jeder Rappen zählt" nicht gesichert

SRF - Anlass könnte geballte Kritik der Hilfswerke sein.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) erwägt, die Spendensammelaktion "Jeder Rappen zählt" dieses Jahr nicht durchzuführen, wie Recherchen der "Sonntagszeitung" zeigen. Die SRF-Spitze um Direktor Rudolf Matter signalisiert erstmals, dass eine Pause eingelegt werden könnte. Der Verantwortliche für "Jeder Rappen zählt" ("JRZ"), Röbi Ruckstuhl, lässt sich zur Angelegenheit wie folgt zitieren: "Wie es mit 'JRZ' weitergeht, entscheiden wir anhand der Resultate der Analyse der letztjährigen Produktion." Man befinde sich noch mitten im "Debriefingprozess".

Die Ausgabe 2012 ist damit also alles andere als gesichert. Anlass könnte die geballte Kritik der Hilfswerke am Format sein. Im vergangenen November waren zwei Spitzenvertreterinnen der Branche bei Matter vorstellig geworden: Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin des Rotkreuzrates, sowie Trix Heberlein, Präsidentin der Qualitätsstiftung Zewo. Sie kritisierten mangelnde Absprache bei der Themensetzung sowie zu wenig Präsenz der Hilfswerke bei "JRZ". Bis 2011 wurden 6,3 Millionen Franken gespendet.

Ein Drittel davon soll nun erstmals im Inland eingesetzt werden. Die Glückskette verteilt das Geld über ihre eigene Abteilung "Sozialhilfe Schweiz", gemäss dem Motto von "JRZ 2011", an Mütter in Not. Schweizer Institutionen, die sich ebenfalls um Mütter in Not kümmern, sind empört. Einige Hilfswerke haben sich bei der Glückskette beworben – und wurden abgelehnt. Die Begründung: Die Sozialhilfe unterstütze nur Einzelpersonen, keine Institutionen. Im Ausland hingegen unterstützt "JRZ" Hilfswerke mit teils mehreren Hunderttausend Franken für Projekte. (Sonntagszeitung)