Die Werbevermarkterin PubliGroupe ist im ersten Halbjahr 2006 trotz rückläufiger Zeitungswerbung gewachsen. Triebfeder sind neue Geschäfte im Ausland und mit elektronischen Medien. Der Gewinn ist aber eingebrochen.
Unter dem Strich weist PubliGroupe einen Reingewinn von 28,6 Mio. Fr. aus nach 46,7 Mio. Fr. im Vorjahr. Die Gruppe betonte am Montag jedoch, auf vergleichbarer Basis resultiere nicht ein Gewinnrückgang um 38,8 Prozent, sondern eine Zunahme um 1,9 Prozent.
In der Vorjahresperiode waren wegen der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS ausserordentliche Erträge aus Beteiligungsverkäufen von über 9 Mio. Fr. enthalten. Zusätzlich ist das Finanzergebnis von 19,1 auf 5,8 Mio. Fr. eingebrochen, nachdem die Aktien an der Immobiliengesellschaft PSP Swiss Property verkauft worden sind. Mit dem Erlös konnte hingegen die kurzfristige Verschuldung von 120,6 auf 40,3 Mio. Fr. stark abgebaut werden.
Weniger Printwerbung
Auch der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt auf vergleichbarer Basis mit 34,2 Mio. Fr. um 26,5 Prozent über dem ersten Halbjahr 2005. Der Konzernumsatz nahm um 2,9 Prozent auf 1,035 Mrd. Fr. zu. In der grössten Sparte PubliPresse, die Inserate für die Schweizer Presse und deren Onlinedienste vermittelt, sank der Umsatz um 0,9 Prozent auf 767,7 Mio. Franken. Der Spartengewinn (EBIT) konnte dennoch von 7,0 auf 7,6 Mio. Fr. gesteigert werden.
Die kommerzielle Werbung nahm bei PubliPresse trotz starker Konjunktur um 2,9 Prozent ab. Weniger geworben haben insbesondere die Branchen Automobil, Telekommunikation und Tourismus. Zum ersten Mal seit drei Jahren gingen die Immobilieninserate zurück (-3,4 Prozent). Bei den Stellenanzeigen setzte sich das Wachstum (+18,7 Prozent) aber fort.
Verzeichnisse als
Mit einem EBIT von 25,1 Mio. Fr. den grössten Gewinnbeitrag lieferte die Sparte PubliDirect, in der die Print- und Internetverzeichnissen wie "Search&Find" oder "Gelbe Seiten" zusammengefasst sind. Der Umsatz betrug 52,6 Mio. Franken. Die Auslandsparte PPN konnte den EBIT von 1,7 auf 5,4 Mio. Fr. verbessern. Auch der Umsatz wuchs hier vorab dank der Zunahme in Asien/Australien und Europa deutlich um 18,6 Prozent auf 183,9 Mio. Franken.
Umsatzmässig den grössten Fortschritt machte die Sparte "Geschäfte im Aufbau", zu der die 2004 übernommene Kino- und Fernsehwerbevermarkterin Cinecom gehört. Der Spartenumsatz kletterte um 36,6 Prozent auf 40,3 Mio. Franken. Der EBIT blieb aber mit -0,6 Mio. Fr. knapp negativ, obwohl die Internet- und Handywerbevermarkterin web2com erstmals schwarze Zahlen erzielte.
Trendwende nicht in Sicht
Eine Trendwende auf dem Werbemarkt erwartet PubliGroupe im zweiten Halbjahr nicht. Das Unternehmen will wie im ersten Halbjahr rund 8 Mio. Fr. in die Weiterentwicklung des Geschäfts investieren, wie Konzernchef Hans-Peter Rohner an einer Telefonkonferenz sagte. Es seien operative Ergebnisse im Rahmen des ersten Halbjahres zu erwarten. Der Zahlenkranz lag zwar im Rahmen der Analystenerwartungen, die PubliGroupe-Aktie gab bis am Mittag dennoch um 1,7 Prozent nach.