Nicht nur Ringier will eine neue Gratiszeitung lancieren, auch Sacha Wigdorovits, Kommunikationsberater und ehemaliger Projektleiter und Verwaltungsrat von 20 Minuten, will ebenfalls ein Gratisblatt realisieren. "Ich habe ein Konzept entwickelt", bestätigt Wigdorovits in der NZZ am Sonntag. Alle nötigen Vorabklärungen seien getroffen worden.
Wigdorovits arbeitet gemäss NZZaS daran, das neue Gratisblatt mit der Beteiligung regionaler Verleger auf den Markt zu bringen. Beat Meyer, Chef der Basler Zeitung Medien erklärte auf Anfrage der NZZaS, dass verschiedene Varianten auf dem Tisch lägen. Es herrsche zurzeit jedoch eine Denkpause. Peter Wanner von der AZ-Medien-Gruppe äussert sich ähnlich. Man habe Gespräche geführt, aber man sei dann nicht mehr weiter gekommen.
Die NZZaS beruft sich auf Branchenkenner und ortet zwei mögliche Stolpersteine. Wigdorovits wolle das Gratisblatt nicht in Boxen auflegen lassen, sondern in die Häuser und Wohnungen liefern. Die Idee, ein Gratisblatt mit der Frühzustellung zu verteilen, behage einigen Verlegern nicht. Die Art der Verteilung sei teuer und die Zustellung des Gratisblattes könnte als Einladung verstanden werden, das Abonnement der Regionalzeitung zu kündigen.
Das zweite Problem liege in Bern, weil sich die Espace Media Group zwar unbedingt an einem Gratisblatt beteiligen wolle, das Interesse an 20 Minuten aber grösser sei als an Wigdorovits Projekt. Das Berner Medienhaus wartet noch immer auf den ausstehenden Entscheid der Rekurskommission für Wettbewerbsfragen, was die geplante Beteiligung an 20 Minuten betrifft, die im Januar 2004 untersagt wurde.