Chefredaktor Ivo Bachmann nimmt im Editorial der neuesten Ausgabe des Beobachters Stellung zum Konflikt um das Magazin ("persoenlich.com" berichtete). Unter dem Titel "Turbulente Zeiten beim Beobachter" fragt er suggestiv, ob der Beobachter "zum Spielball anonymer Finanzkreise" werden und er "seine Glaubwürdigkeit und seine Unabhängigkeit kurzfristigen Geldinteressen opfern" dürfe. Eine Frage, die Bachmann gleich selber mit einem kräftigen "Nein!" beantwortet.
Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Beobachters hätten deshalb eine Erklärung unterzeichnet. Darin stehe, man sei zum Schluss gelangt, dass "die Unabhängigkeit unserer Institution, ihre Glaubwürdigkeit und mithin auch ihre wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft in einer von bisher unbekannten Investoren beherrschten Jean Frey AG gefährdet sind". Und weiter: "Wir erachten eine Lösung, wie sie sich mit dem Verlagshaus Ringier abgezeichnet hat und wie sie offenbar nach wie vor möglich wäre, als für den Beobachter eindeutig besseren Weg."
Die "konsequente Haltung des Beobachter-Teams, im Kampf für die Beobachter-Ideale nach keiner Pfeife tanzen zu wollen", habe "landesweit grosse Beachtung und viel Respekt gefunden", freut sich Bachmann. "Zu Institutionen, die sich bewährt haben, muss man Sorge tragen", zitiert er die Mittelland-Zeitung. Nichts schade dem Beobachter mehr als "nur schon die blosse Vermutung, er könnte Eigentum eines Verlags werden, dessen Aktionäre sich vor allem um die Vermehrung ihrer Börseneinkünfte kümmerten".
Des weiteren würdigt Bachmann den Rückhalt durch fünf ehemalige Beobachter-Redaktionsmitglieder und Ex-Chefredaktoren. Hans Caprez, Emil Deutsch, Lotti Hähnle, Josef Rennhard sowie Peter Rippmann hatten öffentlich ihre Solidarität bekundet: "Zu Recht kämpft das Beobachter-Team für die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit dieser einmaligen Institution."

