«Ein Kommentar zum Zeitgeist und ein Sittengemälde der Journalistenszene»

«Bad News» - Am 1. Februar erscheint Bruno Ziauddins Schweizer Medienroman «Bad News». Dieser zeigt klare Parallelen zur Weltwoche, besonders im Protagonisten T. - ein Verweis auf Roger Köppel?

von Sonja Gambon

«Es war nicht meine Absicht, einen Schlüsselroman zu schreiben», sagt Bruno Ziauddin auf Anfrage gegenüber persoenlich.com. Sein neuestes Werk «Bad News» fassen die Medien aber als solches auf – sowohl der «Tagesanzeiger» als auch «20 Minuten» schreiben von starken Parallelen zur Realität. Nicht zuletzt, da Ziauddin von 2000 bis 2008 bei der «Weltwoche», zu der die Parallelen gezogen werden, gearbeitet hat.

 Rechtrutsch im Wochenmagazin

Der Roman handelt von einem jungen Journalisten namens M., «einer, der sich nicht gerne festlegt», so Ziauddin. Dieser wird im Jahre 2003 von T. als stellvertretender Chefredaktor bei einer Wochenzeitung eingestellt – und muss zugleich neun Angestellte entlassen. Dabei kommt es zu einer «markanten Verschiebung im diskursiven Gefüge», wie es der Autor nennt: die liberalen Stimmen fallen weg, die konservativen werden stärker. Das sind für den Tagesanzeiger genug Hinweise: «Was Ziauddin indirekt beschreibt, ist die Geburt von Köppels «Weltwoche», wie man sie heute kennt – als nationalkonservatives Wochenmagazin», heisst es im Artikel.

Köppel werde im Roman als T., den radikalen Chefredaktor, dargestellt. Zwar würden nicht alle Eigenschaften übereinstimmen, aber doch die wichtigsten Charakterzüge. Auch dass es sich bei der Redaktion um eine Wochenzeitung handelt, zeigt Parallelen – nicht zu vergessen das Cover, das an die «Weltwoche» erinnert und der Titel des Buches: Ein Zitat Köppels.

 

 Kritik an momentanen Entwicklungen

Ziauddin gibt zu, dass diese Gedanken nicht abwegig sind: «Klar, der Ausgangspunkt der Geschichte findet durchaus eine gewisse Entsprechung in der Realität», so der Journalist auf Anfrage von persoenlich.com. Das wäre aber bei vielen Romanen der Fall, und sein Ziel war nicht die Kritik an einer Person, sondern den «Kulturkampf der konservativ-patriotischen Rechten» und die Krise des Printjournalismus darzustellen: «Ich habe versucht, diese gesellschaftlichen, politischen und medialen Entwicklungen, die bis heute andauern, anhand der Veränderungen in einer Zeitungsredaktion nachzuzeichnen.»

Auch wollte er damit nicht ein bestimmtes Blatt verurteilen, sondern «einen Kommentar zum Zeitgeist und ein Sittengemälde der Journalistenszene» abbilden. Zudem sei sein Verhältnis zu Köppel ein durchaus neutrales. Dieser hat sich zur Publikation bisher nicht geäussert. (sg)

Bilder: zVg