Einfluss der Verlage nimmt ab

Studie - Web 2.0-Technologien in der Medienbranche immer wichtiger.

Journalisten in Deutschland sind der Meinung, dass der Einfluss der Verlage auf die Medienlandschaft zurückgehen wird. Ausserdem seien die Medienhäuser nicht ausreichend für die Herausforderungen der digitalen Zukunft gerüstet. So lautet das Ergebnis einer am Montag veröffentlichen Media-Studie der dpa-Tochter news aktuell. Im Rahmen der Umfrage wurden die Antworten von rund 1’200 Journalisten ausgewertet.

Die Mehrheit der befragten Journalisten (36 Prozent) glaubt, dass der Einfluss der Verlage auf die Medienbranche abnehmen wird. Fast ein Drittel geht dagegen von einer gleich bleibenden Marktmacht aus. Sieben Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass die klassischen Medienhäuser gegenüber Anbietern wie Google "keine Chance" haben.

Web 2.0-Technologien spielen eine immer wichtigere Rolle in der Medienbranche. Für die tägliche Arbeit von Journalisten haben Blogs, Podcasts und Social Software bereits eine spürbare Bedeutung erlangt. Fast ein Drittel der Befragten sagt, dass Web 2.0 eine sehr hohe (5 Prozent) oder hohe (25 Prozent) Relevanz hat. Allerdings meinen gerade mal 5 Prozent, dass sie Blogs häufig zur journalistischen Themenfindung einsetzen. Und nur 3 Prozent gaben an, dass sie Blogs häufig als Quelle auswerten.

Die befragten Journalisten gehen vorwiegend davon aus, dass Tageszeitungen auch in Zukunft auf Papier produziert werden: Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten ist dieser Meinung. Lediglich ein Fünftel prophezeit der Tageszeitung eine Renaissance als ständig aktualisierte digitale Lesefolie. Das Phänomen Bürgerjournalismus beurteilen Journalisten tendenziell positiv. Mehr als 40 Prozent meinen, dass diese neue Form der Berichterstattung eine Bereicherung des klassischen Journalismus darstellt. Nur 15 Prozent der befragten Redakteure sehen die Hobby-Schreiber als Bedrohung für ihr Berufsfeld an.