Wie hätte die Zusammenarbeit von Tele Top mit Tele Ostschweiz und Schaffhauser Fernsehen aussehen sollen?
Konkret lagen zwei Varianten auf dem Tisch: Die erste hätte eine Zusammenarbeit im Bereich Programm beinhaltet, wobei es darum gegangen wäre, Beiträge auszutauschen. Des Weiteren hätte der Werbeverkauf zusammengelegt werden sollen. Bei einer zweiten, grosszügigeren Variante hätte es nur noch ein Programm, eine Marke, eine Firma gegeben und zwar in dem Stil, wie wir das 1998 mit Radio Top gemacht haben.
Wo liegen die Gründe für das Scheitern der Gespräche?
Ich glaube, dass einmal mehr Verlegerinteressen über alles gestellt worden sind. Die Schaffhauser Nachrichten sind zur Zeit ein umworbener Titel. Mit der Konsequenz, dass die NZZ, die beim St. Galler Tagblatt die Mehrheit hat, die Schaffhauser Nachrichten nicht vor den Kopf stossen wollte mit einem Deal zwischen Tele Ostschweiz die ja zur Tagblatt-Gruppe gehört und Tele Top allein. Das hätte wohl den Interessen der NZZ im Printbereich widersprochen. Ein weiterer Grund sind die vermehrten Anzeichen für eine Bereitschaft des Bundes , im grossen Stil Gebührengelder für die Regional-TV-Sender auszuschütten. In der Folge würde der Leidensdruck für beide Verlage kleiner. Wahrscheinlich hoffen sowohl Tele Ostschweiz als auch das Schaffhauser Fernsehen, dass der Staat ihre Verluste zukünftig tragen wird.
Tele Ostschweiz und Schaffhauser Fernsehen monieren beide, Ihre Bedingungen für eine Zusammenarbeit seien einem Übernahmeversuch gleichgekommen...
Das ist falsch. Wir haben bloss gesagt, dass wir mindestens 50 Prozent wollten. Der 50-Prozent-Anteil von Radio Eulach an Radio Top wurde ja auch nie als Übernahme bezeichnet! Wir können einen Sender nur dann führen, wenn man uns kapitalmässig nicht überstimmen kann. Und dass die operative Führung bei unseren Leuten gelegen hätte, darüber waren sich ja alle einig.
Sie haben kommuniziert, für eine Kooperation zu einem späteren Zeitpunkt weiterhin offen zu sein. Was soll das konkret heissen?
Wenn das Gebühren-Splitting nicht kommen sollte, und sowohl beim St. Galler Tagblatt als aus bei den Schaffhausern die Verluste höher sein würden als erwartet dann wäre ich bereit weiterzureden.
Sie haben soeben die Kooperation mit Tele Südostschweiz verlängert. Wie sieht diese aus?
Einerseits handelt es sich um einen Programmaustausch Andererseits haben wir einen gemeinsamen Werbeauftritt. Tele Top und Tele Südostschweiz sind ja beide Partner im TeleNews-Kombi, und so gesehen handelt es sich um eine weitere Stärkung des Kombis. Ein Kombi, aus dem TV Schaffhausen übrigens letztes Jahr ausgeschieden ist...
Für die Schweizer Lokal-TV-Szene sieht es zur Zeit alles andere als rosig aus. Wie hoch muss ihr das Wasser stehen, bis wirklich zusammengearbeitet wird?
(Lacht) Das Wasser muss so hoch stehen, dass die Verluste der Sender nicht mehr aus den Marketingbudgets der Zeitungen getragen werden können!
Der Ständerat hat sich soeben für Unterbrecher- und Alkoholwerbung ausgesprochen für Sender wie TV3 oder auch Tele24 zu spät. Wieviel würde solch eine Gesetzesänderung für Tele Top bringen?
Sicherlich wäre das eine anständige Möglichkeit, um neue Erträge zu generieren. Dennoch teile ich die Meinung von Experten, wonach diese neue Einnahmequelle allein für das Überleben nicht genügen wird. Die Losung muss weiterhin heissen: Zusammenarbeit der Privatfernsehsender auf allen Ebenen.