Die Kanäle des Westschweizer Fernsehen TSR haben im 2007 in der Romandie Martkanteile eingebüsst. Sie erreichten noch einen Marktanteil von durchschnittlich 30,6 Prozent pro Tag. Zur Hauptsendezeit (18 bis 23 Uhr) lag der Anteil bei 36,2 Prozent.
Beide Werte liegen gegen 2 Prozent unter jenen des Vorjahrs. Fernsehdirektor Gilles Marchand begründete den Rückgang am Montag vor den Medien mit der Fussball-Weltmeisterschaft 2006, die während eines Monats die Westschweizer in den Bann zog und an die TSR-Kanäle fesselte. Der durchschnittliche 24-Stunden-Marktanteil lag 2006 bei 32,3 Prozent.
Der Marktanteil 2007 liege etwa auf gleicher Höhe wie im Jahr 2003, als ebenfalls Eidgenössische Wahlen stattgefunden hatten. Die TSR-Sender seien wie damals bei allen Altersklassen am beliebtesten, selbst wenn die jüngeren Jahrgänge weniger treu seien.
Diese dürften am meisten zum Abwanderungstrend der Fernsehzuschauer ins Internet beitragen. Laut Marchand entwickelt sich deshalb die durchschnittliche Einschaltdauer der Romands rückläufig. Im letzten Jahr sassen sie noch 163 Minuten vor der Flimmerkiste, ein Jahr zuvor waren es noch 170 Minuten.
Eine rasante Entwicklung legte das TSR-Online-Angebot hin: Die tägliche Besucherzahl von tsr.ch kletterte um 27 Prozent auf 78'000. Interessant: Den höchsten Besucherwert erreichte die TSR nicht etwa anlässlich der Wahlen (163 188 Besucher) sondern an den zwei Wochenenden der französischen Präsidentschaftswahlen (440 262 respektive 629 151 Besuche). (sda)