Der schwedische Medienriese Bonnier steigt in den hart umkämpften Online-Nachrichtenmarkt in Deutschland ein. Der Familienkonzern übernimmt die Mehrheit an dem Portal "Deutsche Wirtschafts Nachrichten" und will sich damit ein Sprungbrett für die weitere Expansion schaffen.
"Wir planen organisches Wachstum und suchen nach weiteren Zukäufen", sagte der Chef der Wirtschaftsmedien-Tochter Bonnier Business Press, Anders Eriksson, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.
Bonnier ist als Buch- und Zeitungsverlag sowie mit Film- und Fernsehaktivitäten in Skandinavien gross geworden und mittlerweile in mehreren europäischen Ländern, Nordamerika und Australien aktiv.
In Deutschland ist der Konzern mit den Buchverlagen Carlsen, Ullstein, Piper und Thienemann vertreten. Mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro steht Bonnier auf Augenhöhe mit dem deutschen Medienunternehmen Axel Springer.
Die 2012 gegründeten "Deutschen Wirtschafts Nachrichten" sind nach Angaben ihres Gründers profitabel und erreichen einen Umsatz im einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Portal ist überwiegend werbefinanziert. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. (sda)