Eintreten auf Verhandlungen mit Verlegern

Presserat - Stiftungsrat stimmt Erweiterung der Trägerschaft zu.

Der Stiftungsrat des Presserats hat in seiner Sitzung vom vergangenen Dienstag beschlossen, auf Verhandlungen mit den Verlegern und Veranstaltern einzutreten. Dies teilt die Stiftung in einer Medienmitteilung vom Donnerstag mit.

Eine Erweiterung der Trägerschaft der Stiftung "Schweizer Presserat" auf Verleger und Veranstalter war und ist innerhalb des Stiftungsrates ebenso wie bei den Journalistenverbänden als Trägern der Stiftung seit Jahren umstritten. Der Stiftungsrat hatte entsprechende Begehren bisher mehrfach abgelehnt, worauf ihm der Vorwurf der Gesprächsverweigerung gemacht wurde. Nun hat er sich nach einer neuerlichen Grundsatzdiskussion am Dienstag dafür entschieden, sich dem Dialog nicht zu verschliessen und auf Verhandlungen einzutreten

Laut Stiftungsratspräsident Enrico Morresi fiel der Entscheid deutlich aus: "Das Stimmenverhältnis betrug 7:1" sagte Morresi auf Anfrage von "persoenlich.com". Die Verhandlungen sollen nun zuerst mit dem Verband Schweizer Presse und danach mit der SRG SSR idée suisse geführt werden.

Das klare Ergebnis der Abstimmung weist darauf hin, dass sich der Widerstand der Gewerkschaft comedia und dem Berufsverband "Impressum" gegen die Teilnahme der Verleger am Presserat abgeschwächt hat. Stefan Keller, Präsident der comedia, sprach auf Anfrage von "persoenlich.com" von einem "leichten Richtungswechsel" der comedia. Er betonte, dass man nichts gegen Verhandlungen mit den Verlegern einzuwenden habe. Keller verwies jedoch darauf, dass im Codex des Presserats auch das Recht auf Kollektivverträge verankert ist. comedia hatte die Aufnahme der Verleger in den Presserat bislang stets an die Bedingung einer Neuauflage des gekündigten Gesamtarbeitsvertrages geknüpft.