Wer als Aktionär der "Neuen Zürcher Zeitung" eingetragen werden will, darf keiner anderen Partei angehören als der FDP. Das hält die Aktionärsgruppe "IG Freunde der NZZ" für einen alten Zopf, wie die Zeitung "Schweiz am Sonntag" berichtet. Wie die Aktionärsgruppein einem noch unveröffentlichten Newsletter schreibt, sei die Eintragungspraxis der Aktionäre seit langem reformbedürftig, weil sie "immer noch zu einseitig auf die Partei des Freisinns ausgerichtet" sei. Die IG will die Vinkulierungsbestimmungen offener formulieren und hat für die Generalversammlung ein entsprechendes Traktandum beantragt. Dieses lässt der Verwaltungsrat aber nicht zu. Die aufmüpfigen Aktionäre drohen nun mit der Ungültigkeitserklärung der GV und mit der "Einberufung einer ausserordentlichen GV". NZZ-VR-Präsident Franz Steinegger hat die Traktandierung abgelehnt, weil das erforderliche Quorum für eine Traktandierung von 10 Prozent nicht vorhanden gewesen sei. Zudem hält er die von den NZZ-Freunden vorgeschlagene Formulierung ("liberale und unternehmerische Gesinnung") für untauglich, wie er gegenüber der "Schweiz am Sonntag" sagt: "Unter dieser Voraussetzung müsste man ja auch einen Christian Levrat akzeptieren." Steinegger betont, der Zweck des Unternehmens sei ja nichts anderes, als eine "Zeitung mit freisinnig-demokratischer Grundhaltung herauszugeben". (SaS)
Eklat wegen FDP-Klausel
NZZ - "IG Freunde der NZZ" will Eintragungspraxis der Aktionäre reformieren.