Am Montag hat das Schweizer Fernsehen nach einigen Serverproblemen seinen ausgebauten und neu gestalteten Newsauftritt aufgeschaltet -- und schon sorgt er für Verstimmungen in der Schweizer Presselandschaft. Laut Recherchen von "persoenlich.com" ist der Verlegerverband Schweizer Presse erbost über tagesschau.sf.tv. "Wir akzeptieren den neuen News-Auftritt des Schweizer Fernsehens nicht und werden uns massiert gegen die Online-Aktivitäten des Schweizer Fernsehens stellen", ärgert sich Daniel Kaczynski, Geschäftsführer Schweizer Presse gegenüber "persoenlich.com".
Die SRG hat den Schweizer Verlegern laut Kaczinsky in gemeinsamen Gesprächen versprochen, dass das Portal gemäss der Added-Value-Strategie vor allem Zusatzinfos zu den einzelnen Sendungen anbiete. Was Kaczinsky nun sieht, geht in eine völlig andere Richtung. "Das Portal hat nichts mit der TV-Sendung zu tun und könnte statt tagesschau.sf.tv genauso gut 'Nachrichten' heissen", so Kaczynski.
Die Ankündigung von SF-Chefredaktor Ueli Haldimann, das Schweizer Fernsehen wolle im Internet das führende Newsportal werden, hatte bereits Anfang 2005 einen Streit zwischen den Verlegern und der SRG ausgelöst. In der Folge konnten die SRG die Verleger beschwichtigen, indem sie versprach, dass der neue Newsauftritt lediglich Zusatznutzen zu den einzelnen Sendungen liefere. Das Gegenteil sei nun aber der Fall, findet man auf Seiten der Verleger. Der Verband will nun aber nichts überstürzen und erst an der Präsidiumssitzung vom 15. Dezember über die weiteren Schritte beraten.