Enthüllungsjournalist will nicht mehr ohne Web

Seymour Hersh - 73-Jähriger wünscht sich internetlosen Recherche nicht zurück.

Für den investigativen Journalisten und Pulitzerpreisträger Seymour Hersh sind schnelle Kommunikationsmittel im Internet wie Twitter, Blogs oder Wikileaks eine große Errungenschaft. "Diese ganze 'Explosion' der Medien ist kompliziert, aber gut" , sagte Hersh im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Leipzig. "Umso mehr du über eine Sache weißt, desto besser kannst du dir eine Meinung darüber bilden. Langfristig wird dieser konstante Informationsfluss sehr nützlich sein."

Der langjährige Autor der "New York Times" wurde weltbekannt durch seine Enthüllungen zum Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges. 2004 brachte er den US-Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib ans Tageslicht. Die frühen Jahre der internetlosen Recherche sehnt sich der 73-Jährige nicht zurück. "Ich habe auch einiges an Google auszusetzen, aber wenn ich heute etwas schreibe, google ich tatsächlich die ganze Zeit. Es gibt so vieles, was ich damit tun kann, was es vorher nicht gab."