Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel hat am Montagmorgen die von ihm am 9. Januar angekündigten Entlassungen ausgesprochen. Betroffen sind René Staubli (Ressort "Wirtschaft"), Thorsten Stecher ("Kultur") sowie Christian Mensch und Jacqueline Schärli (beide "Inland").
Auffallend ist, dass sich unter den ausnahmslos von Köppels Vorgänger Fredy Gsteiger eingestellten RedaktorInnen einige ausgesprochen kritische JournalistInnen finden: Mensch etwa ist als pointiert formulierender Medienspezialist bekannt, und Staubli sorgte nicht nur mit Artikeln über die Tamedia für Aufsehen. Unter anderem recherchierte er auch über allfällige Löcher in der Pensionskasse der Jean Frey.
Beobachter stellen sich deshalb die Frage, ob der Chefredaktor unbequeme Leute loswerden wollte. Dieser Verdacht, so heisst es, werde bestärkt durch die Tatsache, dass die "Justierung im Personalbestand" (Köppel am 14. Januar) stattfindet, nachdem die Weltwoche nur zwei Monate früher drei Neuzugänge vermeldet hat. Für zusätzlichen Missmut sorgt, dass der Frauenanteil auf der Redaktion nun noch tiefer gesunken ist.