Enttäuschung bei den Journalistenverbänden

GAV-Verzicht - "Schleichende SVP-isierung".

Die Journalistengewerkschaft Comedia und der Journalistenverband impressum sind enttäuscht vom Entscheid des Verbandes Schweizer Presse, auf einen Branchen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu verzichten. Die moderaten Kräfte im Verband Schweizer Presse seien mit einem Antrag in letzter Minute offenbar "über den Tisch gezogen worden", sagte Comedia-Zentralsekretärin Stephanie Vonarburg auf Anfrage. Der Verband Schweizer Presse habe sich mit seinem Entscheid im übrigen "der schleichenden SVP-isierung unterworfen".

Der Verzicht auf einen GAV bedeute für Comedia, dass die bisherigen Verhandlungen nur "ein Geplänkel" waren, sagte Vonarburg weiter. Das frühere "Bekenntnis" zu einem GAV ohne Mindestlöhne sei "als Sonntagsrede entlarvt". Um die Sozialpartnerschaft wieder zu kitten, wolle Comedia nun auf zwei Schienen weiterfahren: mit Aktionen -- GAV-Aperos, Informationsveranstaltungen --, wie sie bereits für den 28. September angekündigt seien, sowie mit dem Versuch, mit den gemässigteren Verlegern ins Gespräch zu kommen. Denn diese gebe es, nur müssten sie nun Farbe bekennen.