Gewinn fast verdoppelt, starke Geschäfte im Ausland und niedrigere Schulden: ProSiebenSat1 tankt vor einem möglichen Besitzerwechsel in diesem Jahr Kraft und peilt ein weiteres Rekordjahr an. In den ersten drei Monaten legte der TV-Konzern zu, auch wenn der späte Ostertermin einen Teil der Werbeeinnahmen rund um das zweitwichtigste Fest der privaten Fernsehmacher in das zweite Jahresviertel verschoben haben dürften. "Wir glauben, dass wir ein gutes Jahr haben werden", sagte Konzernchef Thomas Ebeling am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen.
Kein gutes Jahr ist es dagegen für den Spielsender 9Live. Angesichts drastisch sinkender Umsätze bei dem umstrittenen Telefon-Quiz-Programm zieht der Konzern die Reissleine. Zum 31. Mai stellt der Sender seinen Live-Betrieb ein. Wie viele der 60 Stellen bei 9Live dem Schnitt zum Opfer fallen werden, ist allerdings noch offen. Auch ein neues Konzept gibt es noch nicht, zunächst sollen auf dem Kanal Filme oder Serien gezeigt werden, der Name bleibt erstmal. Ebeling hatte sich zuvor mehrfach skeptisch zur Zukunft von 9Live geäussert.
Richtig Freude macht dem RTL-Konkurrenten hingegen das Geschäft in den nordischen Ländern. Der TV-Umsatz in Nordeuropa legte zwischen Januar und März um gut 27 Prozent auf 90,1 Mio. Euro zu - und verspricht weiter hohe Zuwachsraten. Der Umsatz des Konzerns wuchs im ersten Quartal um 3,7 Prozent auf 682,8 Mio. Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn deutlich von 21,7 auf 38,3 Mio. Euro. Die RTL Group legt am kommenden Montag ihre Quartalszahlen vor. (sda)