Der Schweizer Presserat hat im Jahr 2002 dank der vermehrten Anwendung eines vereinfachten Verfahrens der anhaltend steigenden Zahl von Beschwerden Stand halten können. Die Hauptgründe des Beschwerdebooms dürften darin liegen, dass der Presserat bekannter und gleichzeitig das Publikum wachsamer geworden ist. Dies hat der Presserat an seiner Jahrespressekonferenz vom Freitag bekannt gegeben.
Im vereinfachten Präsidialverfahren bei dem die Beschwerden nicht mehr zwingend in einer der drei Kammern beraten werden müssen, werden die Stellungnahmen durch das Präsidium -- Präsident, zwei Vizepräsidenten, Sekretär -- vorbereitet. Anschliessend zirkulieren sie unter den Mitgliedern. Bereits zwei Mitglieder können verlangen, dass der Fall auf den normalen Behandlungsweg in einer der Kammern verwiesen wird. Im Jahr 2002 konnten rund die die Hälfte der Fälle auf diesem Weg erledigt werden.