Eric Gujer rechtfertigt Berichte über Christa Markwalder

NZZ - "Das war eine wichtige Geschichte", sagte der Chefredaktor am SwissMediaForum zur Affäre Kasachstan.

Seit Montag ist klar: Die Affäre Kasachstan hat für Christa Markwalder keine unmittelbaren Konsequenzen. Die FDP-Politikerin habe das Kommissionsgeheimnis nicht verletzt, daher verzichtet die aussenpolitische Kommission auf eine Anzeige (persoenlich.com berichtete). Den Fall ins Rollen gebracht hatte ursprünglich ausgerechnet die NZZ. 

Kein Grund für Zweifel

Die Tatsache, dass genau die NZZ diese dem FDP-Image sicherlich nicht fördernde Geschichte anstiess, sorgte bei Politikern und in der Medienbranche für Erstaunen. Doch die NZZ sieht keinen Grund zum Zweifel: Am SwissMediaForum in Luzern rechtfertigte Chefredaktor Eric Gujer die Berichterstattung. "Dass ausgerechnet wir diese Lobbyingaffäre ans Licht bringen, ist der beste Beweis dafür, dass wir keine Parteizeitung sind“, erklärte Gujer anlässlich eines Podiums am Freitag. "Wir haben es gut mit der FDP, sind aber keine FDP-Zeitung", sagte er.

Natürlich habe die Redaktion vor der Publikation überlegt, ob dies richtig sei. "Doch wir haben uns dafür entschieden, weil wir der Meinung waren, dass dies eine wichtige Geschichte ist. Hier nehmen wir keine Rücksicht auf politische Zugehörigkeit", so Gujer. Die NZZ habe im Gegensatz zu vielen anderen Zeitungen einen klaren und transparenten politischen Standpunkt; den liberalen Standpunkt.

Seine Redaktion habe nicht auf die Frau gespielt, sondern den Bereich Lobbying, Verstrickung und ausländische Einflussnahme thematisiert und dabei auf die darüber liegenden Zusammenhänge zwischen Innen- und Aussenpolitik fokussiert. (eh)